w
3S6
NACHTRÄGE.
als Sohn, sondern als Bruder Heinrichs I. einzureihen ist; doch sind die Fälle, dass zwei Brüder den gleichenNamen führten, immerhin selten und im urach-fürstenbergischen Hause sonst nicht nachzuweisen. Wahrschein-licher ist wohl, dass die beiden obigen Urkunden irrig datirt sind und dass 1255 etwa in 1265 zu ändernist. Bischof Thomas von Breslau starb 1266.
Aus dem angegebenen chronologischen Grunde ist es auch nicht völlig sicher auf den JohanniterHeinrich von Fürstenberg zu beziehen, wenn 1260, Jan. 13. in Köln urkundet: „frater Theodericus de Vrislen-heim, vicem gerens in partibus inferioribus fratris Henrici preeeptoris domorum hospitalis Jerosolimitani perAlemanniam, Bohemiam, Austriam, Morauiam ac Poloniam". Lacomblet, Urkundenbuch f. d. Geschichte desNiederrheins, II, 282, aus dem Cartular der Abtei Knechtsteden.
c. 1270?582. Schenkungen an das BickenJdoster in Villingen.
Quoniam labilis est humana memoria, ne congesta hominvm in oblivionem IIdeciderit, scriptura memorie conmendantur. Innotescat igitur yniuersis hoc scriptuminspecturis II , quod Heinricus dictus novus molendinarius de Vilingen domvm suamcum rebus mobilibus et inmobilibus, quas tunc habuit et in posterum acquirere possetsupra victum, pro remedio anime sue et Mectildis uxoris sue sororibus apud Vilingensitis apud capellam libere delegavit. Huius rei testes sunt Cunradus scultetus, G-o-soldus Stehli, Reginas, Berctoldus Stehli et omnes consiliarii et alii quam plures.
Predictis etiam sororibus Mectildis dicta Mvzin domvm suam et 15 ivgera agriet prata reddentia quatuor plaustra feni pro remedio anime sue libere delegauit.Huius rei testes sunt Rudolfus plebanus in Tochingen, Rudolfus conuersus in Rvnstal,Berctoldus Wando, Cunradus Rtter (sie), Waltlierus dictus Giego, Eberhardus Bremmoet alii quam plures.
Perg. Or. Villingen, Bickenkloster. B.Die Urkunde ist von Frauenhand im 13. Jahrhundert geschrieben. Ihre äussere Form zeigt viel auf-fälliges: das Pergament, auf dem sie steht, ist ein Oktavblatt, das wohl aus einem Codex stammt und offenbarnicht von Anfang an für Aufnahme einer Urkunde bestimmt war. Der Text nimmt nur das obere Drittel desBlattes ein, dessen übriger Kaum unbeschrieben ist. Dagegen ist an dasselbe ein dreieckiger, kleiner Perga-mentstreifen angenäht, auf dem der Schreiber der Urkunde von 1274 (Nr. 585) eine nur noch theilweise les-bare Aufzeichnung über die Schenkung eines gewissen Guntran in Villingen in deutscher Sprache, aber sehrmangelhaft stilisirt niedergeschrieben hat. Unten an das Pergamentblatt ist vermittelst eines ungewöhn-lich kurzen Pergamentstreifens ein spitzovales Siegel angehängt, das den fürstenbergischen Adler zeigt unddessen Umschrift völlig erloschen ist. Dasselbe ist dem in Band I, Nr. 656 abgebildeten Siegel des GrafenGebhard von Fürstenberg sehr ähnlich, jedenfalls das Siegel eines dem geistlichen Stande angehörigen Gliedesdes fürstenbergischen Hauses, vielleicht des Grafen Gottfried von Urach, Pfarrherrn von Villingen. Die Auf-zeichnung von Predictis an, die sich auf eine neue Schenkung bezieht, aber des urkundlichen Charakters ent-behrt, sollte wohl durch Niederschrift auf einer besiegelten Urkunde beglaubigt und einer Urkunde gleich-gestellt werden. Vergl. über solche Fälle Ficker, Beiträge z. Urkundenlehre, I, 340 flgd.
1