1255—1267.
439
mm
1261, April 20.
Degerfelden.
484. Die Gebrüder B. und Cunrad von Tegervelt verkaufen die Wasserleitung, Runs genannt,
beim Gisebach zu Nidertegervelt bebufs Wässerung der dortigen Brülewiese dem Abte und ConventeSt. Blasien um 1 Mark Silber in Baar. Da die Wasserleitung eine Schuposse berührt, welche dieVerkäufer als Lehen von den Johannitern zu Klingenowe besitzen, so ertheilt Bruder Cunrad vonMeistorf, Commenthur des Johanniterhauses Klingenowe, Namens des Heinrich von Vristenberch,Ordenscommenthurs in Deutschland ') 2 ), seine Zustimmung. Zeugen: Cunrad von Meistorf und Cun-rad von Zurzach, Bruder des Johanniterhauses Klingenowe, AI. Pfarrrector in Nallingen und Wern-her, Viceleutpriester in Klingenowe, Kleriker, Laienbruder H. Tülle, Rudolf, Dienstmann, RudolfSteinmar, Cunrad Rise und Lut. Maurer, Bürger von Klingenowe, H. Meyer von Tegervelt, Rudolf,Propst von Bare, und Friedrich von Buch, Laien. Siegler: Bruder Cunrad von Meistorf. Duodeciniocaleudas Maji, Tegervelt.
Huber, Die Regesten der ehemaligen Sanktblasier Propsteien Klingnau und Wislikofen im Aargau(Luzern, 1878), S. 13, wie es scheint, nach einer Copie oder aus einem Oopialbuche.
1) 1271, Febr. 10. (quarto idus Februarii) ertheilt derselbe Brader Heinrich von Vristenberg 8 ), Ordens-meister der Johanniter in Deutschland, Böhmen und Oesterreich, dem Ordenscommenthur Cunrad in Klinge-nowe die unbedingte Vollmacht, über die dem dortigen Hause übergebenen Güter des Herrn von Klingen inOberendingen nach des letzteren Wunsch und Nutzen frei verfügen zu dürfen. Siegler der Aussteller. Hubera. a. 0. S. 16.
2) In diesen beiden Urkunden erscheint also wiederum für den Johanniter Heinrich die Namensform:Vristenberg wie in dem Originale, oben Bd. II, Nr. 584 und in dem Drucke des Solothurner Wochenblattes, obenBd. I, Nr. 475, während das Or. Bd. II, Nr. 581 die Form: Wersteynberk und die von Dr. Herquet mitgetheilteCopie v. 1255 die Form: Wristeynberk zeigt. Sind die Formen: Fürstenberg, Furstenberg und ähnliche da-neben auch überwiegend, so finden sie sich doch in keinem Originale, das ich selbst prüfen konnte, und viel-leicht läßt sich eher annehmen, dass sie erst durch Copisten oder Editoren entstanden seien, die von der Voraus-setzung der Zugehörigkeit des Comthurs zum schwäbischen Grafenhause dieses Namens ausgingen, als dass dergleiche Schreibfehler in Urkunden wiederkehre, die in weit auseinander liegenden Gegenden, also doch wohlvon verschiedenen Schreibern geschrieben wurden. Ein Geschlecht Fristenberg oder ähnlichen Namens ist mirnicht bekannt. Jedenfalls aber verstärkt das wiederholte Auftreten dieser abweichenden Namensformen diein Bd. II, S. 385 aus chronologischen Gründen erhobenen Bedenken gegen die Zugehörigkeit des JohannitersHeinrich zu unserem Hause. Dr. Herquet, dem ich diese Bedenken mittheilte, meint in seinem Aufsatze:Zur Geschichte der deutschen Zunge des Johanniterordens, VII: Der Großpräceptor Heinrich von Fürstenberg(1255—1272) (im Wochenblatt der Johanniter-Ordensballey Brandenburg, Jahrg. 19., 1878, Nr. 24): es bleibenur übrig, den Johanniter Heinrich als den Bruder des Grafen Heinrich I. von Fürstenberg anzusehen. DieseAnnahme ist aber desshalb wohl unzuläßig, weil die Urkunden vom Juli 1237, Bd. I, Nr. 393, 394 unter denSöhnen Egino's V. nur einen H. nennen und weil hier, wo es sich um Verzichte auf Familiengut handelt,neben der Mutter, Gräfin Adelheid, mit Ausnahme des nachgeborenen Gottfried offenbar alle Söhne aufgeführtwerden. Wäre das Wappen des Johanniters Heinrich bekannt, so würde dieses die Streitfrage endgiltig ent-scheiden. Leider zeigt das einzige Siegel Heinrichs, das bisher aufgefunden wurde, (s. Bd. II, Nr. 584) keinWappen, sondern den hl. Johannes. Gegen die Zugehörigkeit Heinrichs zum gräflichen Hause spricht auch,
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