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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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B. Didaktik 713

veneratione. 1 In der Vita Landradae (gedruckt Acta SS. Jul. 2, 625) erscheinen einigeAnführungen aus der antiken Literatur, nämlich 7 p. 626 das vergilische Tanti dux fe-mina facti, 13 p. 627 contra torrentem brachia est tendere aus Juvenal 4, 89f. und 14 p.627das livianische pedibus eunt in sententiam. In der Vorrede zur Vita Amalbergae (ActaSS Jul. 3, 90) wird das gleiche Zitat aus Juvenal verwendet und auch die Fortsetzungder Steile sieht antik aus.

Eine französische Solinübersetzung. Im 12. Jahrhundert ist Solinschon ins Französische übersetzt worden. Nämlich Lambert von Ardre er-zählt, daß Solin durch den Magister und Mönch Simon zu Ghisnes für denGrafen Balduin von Flandern ins Romanische übertragen worden sei, wasetwa um das Jahr 1190 geschehen sein mag, vgl. Lamberti Ard. hist. comi-tum Ghisnensium 81 (MG. SS. 24, 598, 30).

3. DIE DISTICHA CATONIS IN UMDICHTUNGEN

Die Bedeutung, die die Disticha oder Dicta Catonis als erstes Schulbuchfür das Mittelalter besaßen, prägt sich auch darin aus, daß diese moralischenSprüche ihrer eigentlichen antiken Form entkleidet und in mittelalterlichesGewand gebracht wurden. Das konnte sowohl in leoninischen Hexameternals auch in Rhythmen geschehen, und beiderseits liegen solche Umdichtungenvor, die aber fast sämtlich erst in die folgende Periode gehören.

a) Cato des Martinus. Ein Kleriker Martin, vielleicht aus Laon,brachte die Sprüche wohl noch im 11. Jahrhundert in leoninische Verse,wobei er Prolog und Prosa sowie Dist. 1, 5 ausließ, aber die Vorreden II — IVbeibehielt. Die Umdichtung hat den Wortlaut häufig verstellt und verän-dert, ohne daß der Sinn wesentlich beeinträchtigt wurde. So verändert Martin3, 24 in 3, 25 (p. 42 Z.) Esto pius vere super his qui te genuere, Nee noceasmatrem nisi vis offendere patrem. Dabei gehen freilich der Wohlklang und diepoetischen Bilder zuweilen verloren, wie 1, 27, 2 verändert wird zu (p. 34 Z.)Decipiuntur aves per cantus sepe suaves; manches wird christlich wie 4, 38 zu(p. 47 Z.) Victima servetur, timiamate sacrificetur, Numquam letatur dominuscum morte litatur. Die Verbreitung scheint nicht gering gewesen zu sein, dadie Glosulae Catonis und der Kommentar des Robertus de Euremodio amSchlüsse ihrer Erklärungen die Verse Martins bringen und solche auch sonstzitiert werden. 2

Beginn Lingua paterna sonat quod ei sapientia donat, Schluß (p. 48 Z.) Hoc quicumquelegit, Martini musa quid egit. . . . Sic ubi laudatur Lanquino 3 laus habeatur. Erwähnungbei Hugo von Trimberg (Registr. mult. auet. 857; Wiener SB. 116, 185) Hunc novusCato sequitur a veteri Catone Differens tantummodo continua scansione, es folgt Vs. 1 f.;in alten Katalogen Peterborough s. XIV Musa Martini i. Cacosionos* vielleicht inEngelberg 1170, Egmond 1240, Bibl. incogn. Germ. s. XIII, Leiden 1380, Amplonius 1412.Ueberlieferung im Oxon. Bodl. Rawlinson 57 s. XI. Stuttg. theol. fol. 218 s. XII—XIIIf. 1-26. Linz (aus Gleink) s. XII—XIII. Vindob. 898 s. XIII—XIV f. 80; 303 s. XIVf. 10; 901 f. 136. Monac. 4146 s. XV f. 57b; 4409 s. XIV f. 174; 4413 s. XIV f. 32. Sangall.civ. B 5 s. XV.

1,1 anhelantiaque verba könnte auf 210); 1, 38 von Albertanus im Liber con-

Kenntnis von Cicero schließen lassen. solationis et consilii 41 (ed. Thor Sundby

Antik ist vielleicht 1, 2 in trunco jruetus p. 94, 8).

saporem requirere. 3 Lauduno ?

1 f. wird angeführt in den Distinctiones 4 Soll wohl heißen Cato novus.monasticae (Pitra, Spicileg. Solesmense 2,