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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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709
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B.Didaktik 709

Lüttich sein. 1 Der Zeit und den Verhältnissen nach würde meines Erachtensdie Zuerteilung der fraglichen Gedichte an den Abt von St.Trond am bestenstimmen, zumal dieser in der Passio Rumoldi Kenntnis von Solin zeigt.

Das umfangreichste dieser Gedichte setzt einen Teil von Solins Kollek-tanea in Verse um. Mehrfaches Vorkommen Solins in Bibliotheken derLütticher Diözese ist erwiesen. 2 So wird auch in St. Trond eine Handschriftdieses Autors gewesen sein, obwohl das nicht unmittelbar bezeugt ist.Theoderich sagt in einem kurzen poetischen Vorwort (14 Hexameter), erhabe aus Solin das Wunderbare ausgelesen und kurz wiedergegeben, abervieles ausgelassen. Seine ungezierte Redeweise möge den Leser nicht ab-schrecken, da er ihm ja soviel Neues bringe. Hierauf gibt Theoderich selt-samerweise die sämtlichen Überschriften der Abschnitte Solins, die sichin den Handschriften finden, und hieran schließt er ein Einführungsgedichtvon 24 Versen: Sein Freund Stephanus habe ihn in seinem Plane bestärktund um die Widmung seines Werkes gebeten. Er habe darauf die Arbeit zu-gesagt, aber von Stephan verlangt, daß dieser das Werk nicht weiter ver-breite und auf dem Titel des Verfassers Namen unterdrücke. Als Eingangfür sein Gedicht bitte er Gott, dem Werke gnädig zu sein, da er ja all dasWunderbare geschaffen habe. Dann beginnt das Werk selbst, dem derDichter Vs. 1217—1227 einen poetischen Epilog beigibt. Hier erwähnt er,daß die kleinen Stücke, aus denen er den Stoff zusammengesetzt, ihm keines-wegs genehm gewesen seien. Eigentlich habe er sein Werk durch Wasseroder Feuer vernichten wollen, aber Stephan habe das verhindert, da es jaihm gehöre; und Stephan habe ihm erklärt, das Gedicht nicht tadeln zuwollen. Das Gedicht selbst enthält 1216 leoninisch gereimte und elisionslose 3Verse, deren Prosodie häufig auf recht niedriger Stufe steht. Der Dichterist davon ausgegangen, alle die Stoffe aus Solin auszulesen, die wunderbareDinge enthielten und nach denen das Werk seit dem 12. Jahrhundert meistden Untertitel De mirabilibus mundi erhielt. 4 So beginnt er seine Darstel-lung erst mit 1, 51, indem er hier den historischen Eingang Solins wie späterdessen geographische Mitteilungen unberücksichtigt läßt. So springt ervon Solin. 5, 26 auf 7, 2, von 7, 4 auf 11, 15, von dort auf 11, 33, von26,6 auf 27, 13. Er hält sich meist sklavisch an den Text des Originals,exzerpiert ihn aber zuweilen irrtümlich, wie er Vs. 41 von Sokrates erzählt,daß er gleich nach der Geburt gelacht habe, was Solin 1, 72 von Zoroasterberichtet. Gestört wird die Reihenfolge der Erzählung Vs. 492ff., wo Theo-derich von den Schlangen spricht und vorher wohl Lucan erwähnt, aberseinen Schlangenkatalog zuerst aus Solin gibt. 5 Mit Vs. 511 setzt eine neueQuelle ein, nämlich Lucan 9,828ff. 712. 837. 893, wozu Solin 46, 14. 15 und27,38 tritt und wobei Vs. 542 ff. Sallust erwähnt wird. 6 Ovid wird Vs. 645

1 Vgl. Rudolfi gesta abbatum Trudo- dem Inhalt von Theoderichs Buche paßt

nensium 6, 21 (MG. SS. 10, 262; 31 f.); 7, die Aufschrift in Lobbes 1049 Solini de

' P- 267, 21 ff. memorabilibus locorum gentium animali-

. So in Lüttich 1460, in Lobbes 1049, um in gewisser Beziehung,

in Stablo 1105. B Zuerst aspis, dann cerastes,basiliscus etc.

, Vgl. hierzu 11 Constat monstrifere spe- 6 Quod legitur celebre de Syrtibus atquenem immitis habere. Cyrene, Vel, Lucane, tibi tibi vel dabo,Zuerst in Lorsch s. IX (Becker 37, 95) Crispe Salusti; Que pretermittam, vobis di-to situ orbis terrarum et mirabilibus. Zu cenda relinquam.