704 Vierter Abschnitt. Die Dichtung
De balneis Puteolanis allerdings zu gehören scheint. Doch ist die Gleich-stellung des Dichters mit jenem Vater von fünf Söhnen nach P. Blockhöchst unsicher und der Dichter kann auch als Kleriker recht gut ärztlicheFunktionen ausgeübt haben. Gestorben ist Petrus entweder 1219 oder 1220'sein Hauptwerk, der Liber ad honorem Augusti, 1 fällt noch ans Ende des12. Jahrhunderts.
Zeugnisse. Die Geburtszeit ergibt sich etwa aus der Abfassungszeit des ersten Ge-dichts und aus der Darstellung auf Bild 45 und 46 (ed. Siragusa p. 188.192), wo er alsjüngerer Kleriker erscheint. Am Ende des Gedichts auf den Kaiser (ed. Winkelmannp. 71, E. Rota p. 215, G. B. Siragusa p. 116) Ego magister Petrus de Ebulo servus im-peratoris et fidelis hunc librum ad honorem Augusti composui. Fac mecum, domine, signumin bonum ut videant me Tancredini et confundantur. Hinsichtlich medizinischer Kennt-nisse im ersten Gedicht vgl. P. Block, Petrus de Ebulo und seine Nachr. üb. d. Gemah-lin Heinrichs VI. (Prenzlau 1883) S. Off. Zur Zeit des ersten Gedichts vgl. E. Winkel-mann, Des Magisters Petrus de Ebulo liber ad hon. Augusti (Leipzig 1874) S. 13 undP. Block S.19. Zum Benefizium vgl. Huillard-Breholles, Hist. diplom. Fridericill.,Bd. 2, 113 molendinutn de Albiscenda in Ebulo consistens, quod magister Petrus versificatora clare memorie domino Henrico imperatore Romanorum patre nostro iure hereditariotenuit et in fine fite sue idem magister Petrus illud s. Salernitanae ecclesie donavit pariteret legavit (Febr. 1221); danach dürfte Petrus kurz vor 1221 gestorben sein. Zu den fünfSöhnen eines Petrus de Ebulo und einer Marocta vgl. Huillard-Breholles 5,482(8. Nov. 1239). Sehr fraglich ist auch, ob sich eine andere Urkunde (Huillard-Bre-holles 1, 632 vom Mai 1219) auf unsern Petrus bezieht. Zum Leben des Petrus vgl.Winkelmann S. 11 f., P. Block a.a.O. S. 39 und Zur Kritik des Petrus von Ebulo. II(Prenzlau 1883) S. 52f., ferner in den Einleitungen von Ett. Rota und G. B. Siragusa.
Petrus hat nach seiner eignen Angabe drei Gedichte geschrieben, nämlichzuerst den Liber in honorem Augusti (833 Distichen und acht Hexameter),dann das verlorne Epos auf die Taten Friedrichs I. 2 und das Gedicht zumPreise der Bäder von Puteoli in 36 Abteilungen zu je sechs Distichen (nurN. 3. 34. 35 bestehen aus je zwölf Hexametern und N.29 hat acht Distichen).Er spricht sich über diese Dichtungen im Nachwort zu De balneis Puteo-lanis aus, wo er zugleich bemerkt, daß er alle drei Poesien dem Kaiser ge-widmet habe und als kaiserlicher Dichter nicht arm bleiben dürfe; so mögesich Heinrich VI. seiner in Gnaden erinnern, damit er dereinst auch dieTaten seines Sohnes (Friedrich II.) besingen könne.
Die Verse lauten De balneis Puteolanis 37,1 (ed. Jul. Caes. Capacius, De balneisliber als Teil von J. G. Graevii, Thes. antiq. et hist. Ital. 9, 4, 5 p. 43) Suscipe, solmundi, tibi quem praesento libellum, De tribus ad dominum iertius iste venu. Primus habetpatrios civili marte 3 triumphos, Mira Federici gesta secundus habet. Tarn loca quam viresquam nomina pene sepulta Tertius Euboycis iste reformat aquis. . . . Pauper in Augustonemo poeta fuit. Ebolei vatis, Cesar, reminiscere vestri, Ut possit nali scribere facta tut.Vgl. P. Block, Petrus de Ebulo etc. S. 14.
a) Liber ad honorem Augusti. Dies Gedicht handelt von den Wirren,denen das Königreich Neapel und Sizilien nach dem Tode Wilhelms desGuten (1189) ausgesetzt war, und es ist zugleich ein Panegyrikus auf Hein-rich VI. Die vielfachen Wechselfälle des Glückes in dem langwierigen Kriegemit Tankred weiß unser Dichter anschaulich, allerdings mit sehr subjek-tiver Färbung zu schildern, denn sein Standpunkt ist der der blinden Be-wunderung für das kaiserliche Paar und gegen Tankred sucht er den hef-
1 Nach Sackur, Neues Archiv 15, 387— 3 BeiCapacius steht partes civilis in arte393 gehört dieser Titel allerdings nur dem triumphi, verbessert von Renzi, Collecuo3. Buche des Gedichts. Salernitana.
2 Vgl.P.Block, Petrus de Ebulo etc.S.15.