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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
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167
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B. Theoretische und praktische Theologie. Philosophie 167

]c) De conflictu duorum ducum et animarum. Dies Gedichtbesteht aus einem Prolog und zwei Büchern, deren jedes ein kurzes Vorwortund einen Epilog erhalten hat. Gerichtet hat es Reiner an einen Freundund er erzählt im Prolog, 1 daß Abt Majolus von Cluni die Geschichte be-richtet, daß er einst auf das Gebiet zweier sich streitenden Herzöge gekom-men, von einer Wache gefangen worden sei und dort den Vorgang gehörthabe. Diesen wolle er (Reiner) jetzt im ersten Buche darstellen. Im zweitenBuche werde er die wunderbare Errettung eines Gefangenen durch dieHostie erzählen. Fünf Tage habe er an dem Gedicht gearbeitet und 480Verse geschrieben. Da der Freund, dem er es widme, auf Eile gedrungenhabe, so sei die poetische Form nicht besonders gefeilt.

A. 2 Von den beiden Herzögen Eusebius von Sardinien und Ostorgiusvon Sizilien war der letztere an weltlicher Macht dem ersteren zwar über-legen, doch übertraf ihn Eusebius an Sitte und Frömmigkeit des Lebens.Dieser hatte nämlich eine ganze Stadt Christus und den Armen geweihtund dort überall Gottesdienst und christliche Barmherzigkeit eingeführt.Bei einem zwischen beiden ausbrechenden Streite legte Ostorgius dem Feindeeinen Hinterhalt und bemächtigte sich jener Stadt. Da begeisterte Eusebiusdie Seinen durch eine flammende Ansprache zur Gegenwehr. Es kommt zurSchlacht und Eusebius gewahrt in der Nähe ein Reiterheer in schneeweißerRüstung auf weißen Pferden. Er schickt vier Reiter ab, um zu erkunden,wer die Unbekannten seien. 3 Dieses Wunder wird nun weiter ausgesponnenund beide Herzöge kommen zusammen, Eusebius erhält Genugtuung undes wird ein Bund zwischen beiden geschlossen. Nun erfährt Eusebius vomFührer der weißen Schar, daß sie die Seelen der von ihm aus den Schlingendes Satans befreiten Menschen seien, und er möge nur in seinen christlichenBestrebungen fortfahren. Die weiße Schar zieht sich in die Burgen des Him-mels zurück und seitdem glückte dem Eusebius alles, was er anfing. •—Auf dies Gedicht von 243 nicht leoninischen Hexametern folgt ein Epilogvon neun umgekehrten Distichen. 4

B. Das Vorwort des zweiten Buches (neun Hexameter) besagt: Das vorigeBuch hat gezeigt, wie die Liebe zu Gott Früchte trägt. Das zweite wird be-weisen, welche Macht Brot und Wein beim Abendmahl haben. Zwei Könige,heißt es nun, waren miteinander in Krieg geraten und ein treuer Diener deseinen wurde in der Schlacht schwer verwundet, vom Feinde gefangen undvor den feindlichen König gebracht. Er gibt hier vor, daß er ein armerLandmann und verheiratet und nur deshalb in den Krieg mitgegangen sei,um den Soldaten Lebensmittel zuzuführen. Der König hat Mitleid mit demManne und läßt seine Wunden heilen, aber die Fesseln, die man ihm anlegt,lösen sich von selbst. Indessen hat sein Bruder, ein Presbyter, auf das Ge-rücht, daß der Bruder gefallen sei, die Leiche eines Kriegers, der diesemsehr ähnlich sah, vom Schlachtfeld heimgebracht und unter großen Ehrenbestattet. Der König fragt nun seinen Gefangenen, warum er nicht gefesselt

1 Er besteht aus 36 Fünfzehnsilbern. 3 Vs. 114 Qui sint, unde domo nach Verg.

2 In dem kurzen Vorwort von acht Hexa- Aen. 8,114.

metern geht Vs. 4ff. auf Fortunati Vita 4 Nämlich der Pentameter steht an derMartini praef. 1 (Nauta rudis tumido cum Spitze (falls die Ueberlieferung richtig ist).vult dare vela profundo) zurück.