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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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168 Erster Abschnitt. Die Theologie und Philosophie

werden könne, worauf der angebliche Bauer erwidert, daß sein Bruder, einPresbyter, Messen für ihn lesen lasse; der König möge das aber nicht fürZauberei halten. Da sich der Gefangene aber durch seine edlen Sitten aus-zeichnet, forscht der König wieder nach seiner Herkunft und erfährt end-lich die Wahrheit. Da läßt ihn der König als Sklaven an einen Friesen ver-kaufen, aber auch dort springen seine Fesseln entzwei und er bittet den Frie-sen, ihn zu König Lothar zu senden. Das geschieht, Lothar schenkt ihm dieSumme, für die er verkauft wurde, und nachdem er sich losgekauft, kehrter in die Heimat zurück und erzählt seinem Bruder den Hergang. Der Pres-byter aber ist überzeugt, daß er gerade zur Zeit der Befreiung des BrudersGottes Hilfe angegangen habe. Diesem Gedicht von 165 Hexametern istein Epilog von 26 Versen 1 angehängt.

In dem von Rodulfus Glaber Hist. 1, 9 p. 11 (ed. Prou; 1, 4 Migne 142, 628) ange-führten Briefe des Majolus steht nichts von der ersten Geschichte. Ausgabe bei Pez,Thesaur. 4, 3,111—120 = Migne 204, 79—90.

1) De casu fulminis. Im März 1182 hatte ein Blitzschlag in der Kloster-kircheVerheerungen angerichtet und darüber schrieb Reiner an einen FreundFriedrich, der das Kloster St. Lorenz mit Stablo vertauscht hatte und in-zwischen nichts von sich hören ließ, so daß Reiner meint, es gebe doch Wid-der, Schafe und Kälber in den Ardennen, um Pergament zu erhalten. ImEingange spricht er über die Gelegenheit zu seinem Schreiben und berichtetdann über die vom Blitz angerichteten Zerstörungen, die auf einen bösenGeist zurückgeführt werden. 2 Sonst ist die Schrift recht inhaltslos, angehängtist ihr ein Brief an Friedrich, der vielleicht voranzustellen ist. Mehrmalswird Juvenal angeführt.

Zeugnisse. Kap. 1 (Migne 204,137D) Libellum ad te flebilem, Friderice, postulan-tem scire quomodo nuper plagati . . . simus. 139 A Nam praesenti anno, qui est ab incar-natione dominica 1182 11 Kai. Apr. in crastinum scilicet post dies palmarum mirabilisin altis dominus intonuit super nos fulmine. Der Brief 7 col. 144C Libellum ad te flebilemscribere gratum ac praecordiale habui. 144 D Siquidem poslquam Stabulas abiisti, posl-quam Stabulensis effectus es, nulluni mihi alloquium, nullam litterarum schedulam misi-sti, quasi arietes oves vilulos Arduenna non habeat, de quorum solent pellibus conficipergamenae. Et quae tanta juit Stabulaus tibi causa videndi (Verg. Ecl. 1, 27). Zu Iuvenal2 col. 140 D Sat. 6, 181. 7 col. 145 A Sat. 10, 22. 4 col. 142C Verg. Ecl. 1,16f. Ausgabenvon Pez, Thesaur. 4, 3,187—196 =Migne 204, 137—146; ed. W. Arndt, MG. SS. 20,612—616.

m) Gratiarum actio. Nach sieben Monaten war der hl. Laurentiusim Kloster wieder an seine frühere Stelle gelangt, von der er im April 1182durch den Blitzeinschlag hatte weichen müssen. Darüber verfaßte Reinerein Dankschreiben. Er preist den Tag glücklich, da am alten Kirchweih-tage eine neue Kirchweih gefeiert wurde. Dann beschreibt er die einzelnenTeile des Festes, namentlich die mit dem Leibe des Heiligen vorgenommenenUmstellungen. Auch wird Kap. 4 der Duft, der vom Heiligen ausströmte,mit dem des hl. Stephanus verglichen, wobei dessen Translatio angeführtwird.

Zeugnisse. 1 (Migne 204,145B) Post vocem commotionis magnae, qua super nosdeus maiestatis intonuit, quemadmodum anteriore digestum est libello . . . Ad tuum siquidemredisti locum, o Laurenti, a quo per Septem menses ac tredecim dies nostris relegatus exsu-laveras. Anführung der Translatio s. Stephani in Kap. 4 col. 148 D ,Aperto' inquit, tumulo

1 Hier stammt Vs. 21 genus omne ani- 2 3 (Migne 204, 141B) Fuisse daemonemmantum aus Lucr. de rer. nat. 1, 4. conicio etc.