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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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193
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M. Bene omnia fecit: surdos fecit audire et uiiitos ioqui. 193

inwendig ze friden und unverstört, als das du dar umbe enkeinen gebrestenenübest an ungestümkeit an Worten und an werken noch an gelosse, so enistdo enkein zwivel mit an, du minnest Got'. Da die wore minne in der worbeit

ist, da blibt der mensche von liebe uswendig unerhaben und von leide unent-setzet. Man nerae dir, man gebe dir, so dir der geminte minner blibe, so 5blibest du inwendig in friden. Oh der usser mensche grinet oder och weinet,das müs man wol liden, so echt der inwendige mensche in friden si und imemit Götz willen wol genüge, so ime Got blibe. Und vindest du das nüt andir, so bist du in der worheit tob, und das ewig wort enist mit gehört inder worheit. 10

Du solt och dar an dich bekennen, ob du habest die wirkliche minne,das ist das man sich übe an danknemkeit des grossen gütz das Got mit dirund mit allen creaturen hat getan in himel und in erden und an sinerhei/48 "/liger vergotteter menscheit und in manigvaltigen gaben und gnaden dievon im ane underlos an alle menschen flüsset, und sin übunge sol sin gemeine 15minne zu allen menschen, nüt allein zu den sinen, sunder zu allen menschen, essi nunnen oder münche oder begine, von was art er si oder von weler wise ersi, so solt ein würkliche minne do sin. Nüt ensolt du mit einer eigener minneminnen dich und das diu.

Kinder, dise würkliche gemeine minne die ist unmossen wunderlich nütz. 20

Wissent, kinder, avo die woren gelüterten verklerten Götz frünt sint,den versmilzet recht ir herze von minnen aller menschen., lebent und tot.Diul enweren die lüte nüt, so weren wir übel dar an.

Du solt och dine minne lossen lüchten usj\veudig als vesi'e als du esvermacht: mit goben, mit trost und helfen und raten, allein der mensche im 25selber nüt ensülle beneinen sin notdurft ab, und ob er es nüt envermag, so soler doch sine minne alle zit reissen, ob er es vermöchte gerne ze tfinde, nachsinem vermügende.

Dis sint die woren zeichen der minne und das der mensclie nüttob enist. 30

Nu kumet unser herre und sticht sinen heiligen vinger dem menschenin sin ore und sine speichelen uf des menschen zungen, und der mensche wirtredende.

6. bist du doch i. S. ob S, oder E. 7. so f. S. si] blibt S. 8. so —blibe f. S.13. hat getan Druck, f. ES. 14. geg&tteter S. und gnaden f. S. 15. vor flüsset gestr.

(.sie. und r., ivohl durch den Schreiber u. den Miniator): verlüret E. sin ES, dein Brück.16. sinen ES, deinen Druck. IG f. es bis was ycslr.; art (?) rad. und dafür Verw.; a. B. mitVerw.: es si weler / künne od' / vö wz wise / oder lebens: alles v. j. H. E. 17. was

leben S. 18. sol S. do {durch den Sehr.?) übergeschr. E, /'. S. 20. usser mossen nütze S.21. die: ie auf liasur; urspr. do, und die n- Striche von wore gelüterte verklerte v. j. H.? E.26. ab f. S. ob (durch den Sehr.?) mit Verw. a. B. nachgetr. E. 31. heiligen f. S. 32. u.leit sin sp. S. 32 f. u. wurt dene r. S.

Uoutäclie Tcxtii dos Mittelalter» XI. 13