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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
Seite
158
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158 39. Karissimi, estote unanimes in oratioiie.

Nu seiten wir vor von unser materie. Die gelicheit hat der menschemit Gotte das er mag sin wirklich und gebruchlich mit ein ander, das ist dasder inwendige mensche habe ein unwandelberig anhang en an Gotte innerlichenin eime inwendigem, volkomenem, luterm Got meinent. Das meinen ist als5 ungelich dem das man nach uswendiger wise heisset Got meinen, als löffenund sitzen. Dis ist ein engegenwürtig inwendig ansehent meinen; mit derinwendikeit hat er ein gebrachen, und nsser dem selben so kert er sich z&_note oder ze nutze us ze würkende us dem selben in das selbe. So Übersichtdas inwendig das uswendig gar kurtz, als ein Werkmeister der vil junger und

10 amtlüte under im hat, die würkent alle nach der a,n[31 r 7wisunge des meisters,und enwürket selber nüt; er kumet och selten dar, denne gehelingen so git erin ein regele und ein forme, und darnach würkent si denne alle ire werk, undheisset doch von der selben anwisunge und meisterschaft alles das si hantgewürket, das er es allein hab geton, und heisset alles sin von des gebottes

15 wegen und von sinem anwisende: so ist es eigenlicher sin denne es der si diemit der arbeit gewürket hant.

Also tut der inwendige verklerte mensche: der ist inwendig in sinemgebruchende, und mit dem liechte siner redelicheit so Übersicht er gehelingendie uswendige krefte und berichtet die zu irem würklichem amte, und inwendig

20 ist er versunken und versmolzen in sinem gebruchlichen anhangende an Gotte,und blibt in siner friheit ungehindert sins Werkes. Doch disen inwendigendienent alle die uswendigen werk, das enkein so klein werk enist, es dienealles her zu. So ein gut werk mag heissen alle die manigvaltikeit.

Also ist ein ordenunge in der heiligen kilchen, das heisset Corpus

25 misticum: ein geistlicher licham, und des ist unser herre Jhesus Christus einhöbt. In disem ist vil gelider. Das ein ist ein öge, und das sieht allen denlichamen und nüt sich selber. Und ein ander ist ein munt, und der isset undtrinket alles dem lichamen vor und nüt im selber. Also die hant, der füs, undalsus vil und maniger künne gelider. Und ein ieklichs hat sin sunder werk,

30 und dis gehört alles dem lichamen zu und under das ein höbt. Also enist inaller der cvisten[Ail v ]lieit enkein werk so snöde, so klein, weder gloggen nochkerzen, es diene alzemole zu disem inwendigen werke, das dis werk volle-bracht werde.

Lieben kinde'r, in disem Corpus misticum, in disem geistlichen

35 lichamen, do sol als gros eindrechtikeit sin als ir sehent das üwere geliderhant, und ein ieklich gelide als für sich selber den andern dehein leit tun

4. als mit Verw. von j. H. am Bande. 6. und meinen S, f. Druck. 11. u. er e. S.13. doch ein meister v. 88. selben /'. 8. vor alles gestr. das E. 16. mit der arbeit] es S.20. diseme 8. 23. So— manigvaltikeit f. S. 2if. Corpus — geistlicher] ein heiliger 8.

25. des S, das E. 27. licham E. 30. das ein h. (ein später gestr.) E., d. h. S.

31. sn. noch s. 88. 32. dis werk] es S. 34. corpus —disem f. S. 36. leit auf Basur E.