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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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38. Estote misericordes siout et pater vester misericors est.

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einem gütlichen leben, so es der mensche vermag! Aber do ein krank menscheist eines kranken höbtes — in disem lande band die liite gar böse höbt — undbevint der mensche das, das es sin nature qwetschet und wil verderben, sostriche abe, und ob och wer ein tag den man vasten solte, so nim urlob vondinem bichter, und ob der urlob dir nüt enmag werden, so macht du dochdenne von Gotte urlob nemen, und isse etwas untz morne, das du zu dem[15 r ] bichter oder zu dem pfaffen macht komen, und sprich denne: 'ich waskrank und as', und nim denne darnach urlob. Die heilige kilche gemeinde nochgedochte das nie das sich ieman solte verderben.

Lieben kinder, und dis ist iemer ein gar siechte rede. Also: was dasist das dich hindert an dem nechsten wege der worheit, das striche alles ab,es si uswendig, es si inwendig, es si liplich, es si geistlich, das schine oderheisse wie man welle. Lieben kinder, alsus müssent ir zu hohen dingen komen,ob ir in diser wise ordenlichen volgetint und edel menschen würden!

Nu sol hie sin ein getrukte ze samene gejagte mosse. Vil lieben kint,uu verstont das ich sage. Swenne der mensche dise ordenliche wegen gegangenhat und alsus alle hindernisse abgestrichen hat, so engegen löft ime manigwunneklich fürwurf, das im so gros süssekeit und so grosse wollust inkumetin bevintlicher wise das die wollust durch gat geist und nature. Und diegenügde, der trost und das bevinden das gat unsprechlichen über aller diserweite fröide, das in den menschen do geborn wirt, das lustlich und wunne-klich ist. Kinder, dar über wirt dem geiste für gehalten alsolicher truk dasjm alle die süssikeit und wollust wirt als gar ze mole benomen als es nienüt engewunne, und wirt im do ein als in getrukte und zesamen gejagtemosse, und wirt ze gründe in sich selber geslagen, das im die wollust al zemolewirt benomen. Und sol der mensche fride haben, in der worheit, so müs er disarmütes und dis truckes also gelossen sin und [ 15 "1 also lidig ston, das er vonallem disem wolluste nüt enhalte, denne allein trucke sich in in einergelossener wise in den einveltigen grünt des aller liebsten willen Götz, dasanträte von Gotte ze nein ende und sich do inne ze lidende, ob es Got woltehan gelitten untz an den jüngsten tag. Och kinder, do wirt der truk sounlidelich und so wi und so we, so wirt der armen naturen dise wite weitverre ze enge und dorret recht von jomer, als ir dise minnekliche "liechter553 die grosse wollust also ze mole werdent als gar benomen als si si nieengewunnen. So sint etliche menschen als klebrecht und enkünnen sich indiseme nüt geliden. Das kumet von zwein Sachen, dise unlidelicheit.

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3 f. so sol er abestrichen die vaste ob er ioch von gesetze vasten solte so 8. 4 f. sonim urlop von gotte U. is S. 7. bichter — komen] bichter klimmest S. 10. und f. S.

iemer f. S. 16. urspr. Swenne; S vor wenne rad. E. 17. louffet im engegen m. 8. 20. nachunsprechlichen gestrichen vnd E. 22. dar über] denoch 8. 24. ein als ein (v. j. H.

zugesetzt) i. getrukte (t>. j. IL aus getrukt) u. zesamen (»;. j. H. a. R.) gej. E. ingetrucketegesanmete m. 8. 28. alle dise E. 30. nemende] nimmende 8. 36. dise unl. /'. S.

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