146 37. Quae mulier habens dragmas decem.
Hechtes, aller gnaden.' Werist du ein wol geslichtet gelossen mensche, soengieng es dir nie so wol noch enwart nie so gut, denne wie dich der herresuchen wolte, des genügte dir; dar inne hettest du woren friden. Wolt er blint,wolt er vinster, wolt er kalt, wolt er warn, wolt er arm und wie es im5 geviele in allen wisen, in habende, in darbende: alles do er dich inne suchte,do liessist dich inne vinden.
Och kinder, die disem wege volgeten und sich alsus von innan und vonussen Hessen, wie went [ll r ] ir das Got mit den lüten varn solte? Och, ersolte si also minneklichen überfüren über alle ding.
10 Ir lieben erbern li'ite, mit enfürchtent üch, es sint och lute und lebent
och die wasser trinken und gut girstin brot essent. Si komen t och also hin;enwellent ir nüt höher komen, so enfürchtent üch nüt.
Diser phenning der müs sin swere, sin müntze haben. Sine swere, daser nider in den grünt wider in valle und in sinke als er us gevallen ist, in
15 aller der luterkeit, in aller der unbeflekheit, als blos und als unbehangen alser us geflossen ist.
Er hat sin bilde blos. Dis bilde enist nüt das die sele nach Gotte sialleine, aber es ist das selbe bilde das Got selber ist in sinem eigenenluteren götlichen wesen; und alhie in disem bilde do mint Got, do bekent Got,
20 do gebracht Got sin selbes; Got lebt und wesent und wirkt in ir.
In disem wirt die sele alzemole gotvar, gotlich, gottig. Si wirt allesdas von gnaden das Got ist von naturell, in der vereinunge mit Gotte, in deminversinkende in Got, und wirt geholt über sich in Got. Also gotvar wirtsi do: were das si sich selber sehe, si sehe sich zemole für Got. Oder wer
25 si sehe, der sehe si in dem kleide, in der varwe, in der wise, in dem wesendeGötz von gnaden, und wer selig in dem gesiebte, wan Gott und si sint einin diser vereinunge von gnaden und nüt von natural. Und her wider umbe,der eine sele sehe in irem gründe die willeklichen ir minne und iren grüntnach creaturen hant geverwet, [ll v ] ane allen zwivel si enwere nüt anders
30 geschaffen denne der tüfel, der doch als grüwelich und als unlidelichgeschaffen ist: wer das in ein ieklich mensche solte sehen in sinem rechtenbilde, si zerstüben alle von der grüwelicheit, und in der grüwelicheit sol diesele selber eweklichen in an sehen ane ende und ane underlos, ist das si indem gründe der creaturen Milden wirt also unnützlich und engstlich als der
35 tüfel ist. Und die lutere gütliche lidige sele die sol eweklichen gesehen werdenals Got und als si alle ir selikeit süllen in ir und usser ir nemen in diser
2. me] l. nie S. 3. wolte] wil S. dar inne f. S. 5. geuiele auf Basier, darnachie gestrichen E. 11. gut f. 89. 91. 13. sw. und s. m. S. 15. 1. und in S. 19. g. bildeund wesen u. alh. 8. in Druck, f. ES. do mitte 89. 91, do minnet 88. 23—24. im Perga-ment ein Loch, E. 29. Der die sehe am Anf. der Seite gestrichen E. 32. nach bildegestrichen fleisch vnd bein E.