Druckschrift 
1 (1890) Die Handschriften in Folio
Entstehung
Seite
105
Einzelbild herunterladen
 

Histor. Handschriften in Folio Nr. 230. 105

Wort Ebu[UumJ. Ed. Halm, (1865) p. 485 lin. 17. Der den Textumrahmende (anonyme) Kommentar gehört nicht zu denen, welche in diegedruckten Ausgaben des Vol. Max. übergegangen sind. Am Schluss findensich folgende Worte: Hunc Valerium ego frater Petrus Miete de Caprariis,prseeeptor domus saneti Anthonii in Memmingen Augustensis. dioecesis, scribifeci Parisius, nie ibidem in studio commorante anno dni MCCCCXLVIII.De Caprariis.

Petrus Mitte (so wird sonst geschrieben) de Caprariis war Vorstand(prmeeptor) der Comthurei des Ordens vom hl. Antonius in Memmingen(1454-1479). Als er unsern Kodex abschreiben Hess (1448), studierteer noch auf der Hochschule zu Paris. Im J. 1467 schenkte er seineBibliothek dem Autonierhause und der Martinslärche und legte dadurchden Grund zu der späteren Stadtbibliothek von Memmingen.

Vergl. Schelhorn, M-götzlichkeiten 1, 36 f. Schclhom jun., Anleitung f.Bibliothekare 1, 148. Dobel, Memmingen im Beform. Zeitalter 1, 9—14. Pets-holdt, Adressbuch der Bibliotheken Deutschlands (1875) S. 281. Das Stamm-kloster des Antoniusordens in Vienne hatte im 14: und 15. Jahrh. mehrere Abteaus der Familie Mitte, worunter einer, dessen Vater Herr von Chevrieres (deCaprariis) war; vergl. Gallia christiana 16, 197 ff.

Beim Einband der Handschrift ist eine leider zerschnittene päpstlicheBulle verwendet d. d. ap. Sanctum Petrum VII Kai. Maß pontificatusnostri deeimo septimo. Des Papstes Name ist nicht erhalten, der Namedes Adressaten nur soweit, class mau erkennt: er war Abt „monasteriiSaneti Eugendi Jurensis Lugdunensis dicec." (vergl. 'über diesen HeiligenActa SS. Boll. Jan. 1. p. 49 f., über das Kloster Gallia christiana 4,241 ff-). In der zweiten Zeile findet sich der Name „Raphael de Lauppa (?)prior prioratus S. Antonn curie Romane ordinis S. Augustini".

280.

Perg., XV. Jahrh., 22 Bl. Holzbd mit Lederüberzug.

Die gesetzte der Schwestern prediger ordens.

In 31 Kapiteln, Nach den Schlussworten „abgeschriben durch michJohannsen Mynner aller Offembaren schryber den allerminsten" und been-digt am 5. Nov. 1429.

Zum Einband ist eine Esslinger Verkaufsurkunde vom J. 1424 ver-wendet. Sollte der Kodex dem in Weiler (Weil, Esslinger Gebiets) oderdem früher in Siruau, dann in Esslingen bestehenden Frauenkloster Do-minikanerordens gehört haben? vergl Ch. F. Stalin, wirt. Gesch. 2, 737f.