Histor. Handschriften in Folio Nr. 144. 145. 63
144.
Pap., XVI. Jahrh., 70 Bl. Pappbd mit Pergamentrücken.
Aus der Bibliothek des Oberrats.
Joseph Grünbeck's, Geh. Rats und Beichtvaters K. Maximilians I, Lebens-beschreibung der Kaiser Friedrich III und Maximilian I.
Das tat. Orig. hat Chmel in seinem Osten: Geschichtsforscher Bd. 1S. 64 — 97 'publiziert. Vorher schon hatte J. J. Moser eine deutsche Übersetzungherausgegeben (Tüb. 1721), wobei er gegenwärtiges Manuskript zu Grunde legte.
145.
Pap., Ende des XVI. u. Anfang des XVII. Jahrh., 615 Bl.Pappbd, Ruck und Eck in Pergament.
Dr. Martin Aichmann's, Exzerpte und Konzepte betr. die Universität Tü-bingen u. deren Reorganisation.
Über A ichmann, welcher zwischen 1582 und 1601 unter zwei Her-zogen hohe Ämter in Württemberg bekleidete, vergl. zu Fol. nr. 90. Schon
für Herzog Ludwig musste er Vorschläge zur Reorganisation der Univer-sität ausarbeiten und studierte für diesen Zweck die Vorakten in umfas-sender Weise. Unser Band enthält teils Früchte dieser Vorstudien, teilsEntwürfe eigener Arbeiten, wozu auch die Nora ordiuatio Herzog Fried-richs zu zählen, welche ganz Aichmanns Werk ist. Derselbe setzt sieh
folgendermassen zusammen :
1. Bl. 1—46. Chronologische Übersicht der Hauptthatsachen ausder Geschichte der Universität von 1516—1592.
2. Bl. 48—77. Summarischer Inhalt der 2 Universitätsordnungenvon Eberhard im Bart (23. Apr. 1481, 20. Dez. 1491), derjenigen vonK. Ferdinand (23. Okt. 1525), von Herzog Ulrichs zweiter Ordnung(3. Nov. 1536), von desselben Statut für die Artistenfacultät (20. Juli 1544)nebst der Deklaration dazu (25. Febr. 1545), von Herzog Christophs Kon-firmation der Privilegien (18. Juni 1551).*)
H. Bl. 78 — 83. Klagen der Stipendiaten und Untersuchung darüber(Mai 1599).
4. Bl. 86—243. Konzept von Aichmanns Relation an Herzog Fried-rich in Universitäts-Sachen d. d. 6. Aug. 1599 (wie solche in Fol. nr. 220auch enthalten).
*) Eine andere Hand hat zioischen diese Exzerpte hinein geschichtliche Bemer-kungen geschrieben, welche sich daran anscjdiessen.