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werde die Jugend dargestellt, „als beruhe auf ihr die Hoffnung derZukunft [!], und das Protestiren gegen das Bestehende als Aufgabe deredleren Jugend. Bei dem jetzt vorzüglich aufgeregten Zustande derJugend halten wir die Stimme eines solchen Volkstribuns für eine ge-fährliche, um so mehr, da das Buch mit Geist geschrieben, und wohlim Stande ist, eine irre geführte Jugend in ihrem Treiben zu be-stärken, und sie in den Wahn, einen edeln Widerstand leisten zumüssen, zu versetzen". In dieser, den ganzen dumpfen Geist dieserbureaukratischen Sphäre verratenden Erkenntnis beantragte das Ober-zensurkollegium ein Verbot der „Ästhetischen Feldzüge", und am 28. ent-sprach dieser Forderung das Ministerium des Innern und der Polizei.Wienbargs „Ästhetische Feldzüge" werden für die literarische Ent-wicklung des 19. Jahrhunderts die Bedeutung behalten, die Fichtes„Reden an die deutsche Nation" vom Standpunkt der nationalen Er-ziehung zuerkannt ist, und es war ein sympathischer Akt dankbarerPietät, daß der Verlag Hoffmann & Campe sie durch eine neue Aus-gabe (Berlin, 1919) der Gegenwart wieder nahegebracht hat. Ihnengegenüber treten Wienbargs übrige Schriften fast ins Dunkel zurück.Soweit sie in den dreißiger Jahren erschienen, bedeuten sie noch ge-haltvolle Anmerkungen zu dem Text seines Hauptwerkes; alles übrigezeigt nur den gewaltigen Absturz, dem dieser Ikarus zum Opfer fiel.Sie bedürfen daher keiner Analyse, da sie zu der literarischen Cha-rakteristik ihres Verfassers keine neuen Züge liefern. Nur ihre Zensur-schicksale und die dadurch verursachten persönlichen Erlebnisse ihresVerfassers sind hier zu berühren. Ostern 1835 gab er dem VerlegerCampe eine Sammlung seiner Jugendarbeiten unter dem Titel „Wan-derungen durch den Thierkreis"; wann und wo diese zwölf „Stern-bilder" früher einzeln in Zeitschriften erschienen, bedarf noch derFeststellung. Eines davon war ein dramatisches Fragment, dem dieHamburger Zensur das Imprimatur versagte; es ist verschollen; anseiner Stelle wurde die 1830 schon selbständig erschienene Pindarüber-setzung eingefügt. Ein Hamburger Zensor war es wohl auch, der ein-mal zu Wienbarg mit Gönnermiene sagte: „Mein Lieber, warum wollenSie denn überhaupt Ihr Werk gedruckt sehen?" Am 1. September'835 legte der Berliner Polizeipräsident Gerlach die „Wanderungen"dem Polizeiminister v. Rochow vor, da verschiedene Äußerungen(S. 37f-> 49—59. 65I, 117—122, 125—132, 172 und 192) ein Verbotbegründeten. Rochow gab sie zur Beurteilung an das Oberzensur-kollegium, und dieses (Wilken, Neander, Tzschoppe) trat am 22. Sep-tember der Ansicht Gerlachs bei: die Schrift enthalte nicht nur dieseanstößigen Stellen, sondern befördere „im Allgemeinen Haß gegenReiche, gegen den geistlichen Stand, gegen das Bestehende" und be-fördere ,,Aufregung, in welcher Beziehung vorzugsweise der AufsatzS. 123—132 ,Der Löwe. Die schlafende Freiheit', Aufmerksamkeit
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