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Gestalt versandte er Frühjahr 1847 — die Umarbeitung des Gedichteshatte sich solange hingezogen — das zweite Epos Heines. „Zeit-beziehungen in Fülle, kecker Humor, obgleich in morgenblättlicherMäßigung", so charakterisierte der Dichter selbst das Werk seinemFreund Laube; es war auch anfangs für das Stuttgarter „Morgenblatt"bestimmt gewesen. An Schärfe der Polemik stand dieser „Sommer-nachtstraum" dem „Wintermärchen" weit nach. Gleichwohl überraschtes, daß die Berliner Zensurbehörden von diesem Buche gar keine Notiznahmen, nachdem die „Neuen Gedichte" und das Wintermärchen soviel Staub aufgewirbelt hatten. Nach dem Buchstaben des Gesetzeshatte „Atta Troll" von vornherein als verboten zu gelten, da die Aus-nahmebestimmungen gegen Heines Werke in Preußen nicht aufgehobenwaren. Daß man es nicht einmal einer aktenmäßigen „Perlustrirung"würdigte, beweist wohl, wie wenig Beachtung dieses Büchlein fand.Ihm die Vollendung zu geben, die dem Dichter vorschwebte, daranhatten ihn der unterdes ausgebrochene Zwist mit seiner Familie undzunehmende Krankheit gehindert; zu solchen „Trolliaden" war ihmmehr und mehr die Stimmung ausgegangen. 1846 hatte sogar einefalsche Todesnachricht über ihn die Öffentlichkeit alarmiert. Zur Ord-nung seiner Familienangelegenheiten wollte er im Frühjahr 1846 nocheinmal Hamburg besuchen und dann in Berlin den berühmten Chi-rurgen Dieffenbach konsultieren ; als er aber, des gegen ihn erlassenenSteckbriefs wegen, vorher anfragte, ob man ihn unbehelligt würdereisen lassen, kam aus Berlin die kühle Antwort, er würde verhaftetwerden, wenn er preußischen Boden betrete. Man dachte in Preußennicht daran, „die alte Registratur mit einer Rubrik für exceptionelleZeitgenossen zu bereichern", wie Heine zu Alexander v. Humboldt(11. Januar 1846) gemeint hatte. Der Minister des Innern, v. Bodel-schwingh, verwies auf ein eben erst erschienenes Gedicht „Der neueAlexander' '(im „Telegraph" 1846, Nr. 17) ; Heine fahre darin fort,den König „auf die niederträchtigste Weise zu beschimpfen", er müssedemnach „auf Dieffenbachs Hülfe verzichten oder ihn zu sich nachHamburg kommen lassen". Großmut dem Totkranken gegenüber hätteden preußischen Machthabern am Vorabend der Revolution entschiedenbesser gestanden! Diese Fragen und Antworten, die auch Treitschkealle kannte, sind wohl der klarste Beweis dafür, daß Heine eben nichtnaturalisierter Franzose war, denn an dem Ausländer hätte man sichnicht vergreifen dürfen; man hätte höchstens durch Beschwerde beimfranzösischen Gesandten gegen seine Einreise protestieren können. Alsdann das Jahr 1848 eine Amnestie für solche Verbrecher brachte, warHeines Krankheit so vorgeschritten, daß an eine Reise nach Deutsch-land nicht mehr zu denken war. Die Zeit der „Matratzengruft" hattebegonnen.
Der Kampf der Polizei gegen Heines Schriften war aber damit