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1 (1924)
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der Erzählung des Grafen selbst, ausführlich geschildert, manches hin-zuerfunden, anderes gewiß unrichtig wiedergegeben. Auf MetternichsVorwürfe entgegnete Auersperg, in seinen Gedichten sei nicht ein ein-ziges zur Empörung aufreizendes Wort enthalten. Über des DichtersAbsicht auszuwandern, um endlich der Belästigung durch die Polizeizu entgehen, schien der Staatskanzler erst ungehalten, dann meinte er:„Wollen wahrscheinlich nach Paris? Na ja, das ist das Eldorado derflotten Köpfe und Idealisten. Je nun, ich habe nichts dagegen." —„Nur merkwürdig finde ich es," fügte er hinzu, „daß alle brauchbarenLeute auswandern wollen" — ein Geständnis von einer Naivetät, diedem gewandten Diplomaten kaum zuzutrauen ist. Unsichtbar hintereiner spanischen Wand wohnte dieser Audienz der Wiener Polizei-präsident v. Sedlnitzky bei! Als Auersperg den Fürsten verließ, wäreer beinah im Paletot des Präsidenten heimgegangen — der Irrtum desDieners erst klärte den Grafen darüber auf, was die Geräusche be-deuteten, die er während der Unterredung mit Metternich gehört,aber nicht beachtet hatte. Auersperg ersparte aber den beiden Herrendie Beschämung, die Tatsache dieser Audienz und der Lauschertätig-keit des Polizeipräsidenten zu den Akten geben zu müssen; er sandtegleichzeitig an Fr. Witthauer für dessen Album zugunsten der Verun-glückten in Pesth und Ofen ein Gedicht „Sturmvogel", unterzeichnetees mit seinem wahren Namen und dem bekannten Pseudonym und er-mächtigte den Herausgeber, aus der Identität kein Hehl zu machen.Das Gedicht wurde von der Zensur durchgelassen. Damit war nunendlich der juristische Beweis in den Händen der Polizei: Grün warwirklich Graf Auersperg!

Jetzt hatte die Polizei Oberwasser: der stolze Graf sollte einmal zuschmecken bekommen, daß man sie nicht ungestraft jahrelang an derNase herumführen konnte. Schon während seines Wiener Aufenthaltswar er unter Aufsicht der geheimen Polizei, die feststellte, mit wemer verkehrte, wo er zu Mittag speiste usw., und als er Ende März nachThurn zurückkehrte, ging die Spionage mit einem Eifer los, als wäreman erst jetzt einem lange verborgenen Komplott auf die Spur ge-kommen, und als hätte er von Paris, wo er nach dem Polizeirapport„vorzüglich die Freundschaft des Literaten Heine kultivirt haben soll",ein Arsenal verbotener Waffen, Bomben und Jakobinermützen in dasunschuldige Vaterland einzuschwärzen versucht. Eine Tatarennach-richt dieser Art kam auch wirklich bald darauf aus Frankfurt: derdortige „Konfident" meldete am i. Mai, man spreche viel von einer„Verbindung im liberalen Sinne", bei der Eduard Duller, auch einÖsterreicher, „besonders aber Graf Auersperg stark beteiligt" seien;auch Heine und andere gehörten dazu. Und ebenfalls aus Frankfurthatte die Wiener Polizei schon unterm 20. Februar erfahren, daßAuersperg von Paris aus an Duller, den Redakteur des „Phönix", ein