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1 (1924)
Seite
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solchen Fällen die Zwangslage des Autors auszunutzen, dem ja dergerichtliche Weg ungangbar sein mußte; bei allem Liberalismus warer seinen Schriftstellern, selbst Heine, gegenüber ein elender Pfennig-fuchser und behielt am liebsten die Wurst u n d die Speckseite für sich;sein weiteres Verhalten Grün gegenüber darf geradezu als schamlosbezeichnet werden. — Auersperg blieb also auf seiner Herrschaft inThurn und wählte den andern Ausweg, er leugnete die Urheberschaftder „Spaziergänge" ab. Von dem Gutachten des Zensors Sartori hatteihm sein Freund, Hofrat v. Hammer-Purgstall, dem er später seineDichtungen „Schutt" widmete, Mitteilung gemacht. Im November 1831antwortete Auersperg, Sartoris Vorgehen, auf Grund der Ähnlichkeitvon Gesinnungen in den „Spaziergängen" und im „Letzten Ritter" aufeinen gemeinsamen Verfasser zu schließen, sei „mindestens sehr indis-kret und vorschnell". Ein „ostensibler" Brief, den Hammer etwa hättevorlegen können, war das nicht, denn die Autorschaft des „LetztenRitters" gab er darin indirekt zu. Damit aber Hammer mündlich fürihn zeugen könne, erklärte er: „Ob eine derlei Ähnlichkeit wirklichstattfindet, kann ich aus Unkenntnis des fraglichen Werkes nicht ent-scheiden, aber auf eine bloße Ähnlichkeit hin Verdacht und Argwohnauf einen in ländlicher Zurückgezogenheit und friedlicher Stille leben-den Menschen zu lenken, kann nur ein Sartori verantworten. Meineökonomische Tätigkeit hat mich zwar schon lange nicht zur poetischenMuße kommen lassen, indessen glaube ich noch immer, daß, was ichnoch zu leisten vermöchte, nicht zur Schande unseres Vaterlandesgereichen würde; allein derlei dumme Geschichten müssen einem alleLust verleiden." Und seinem Dichterfreunde J. G. Seidl, der damalsin dem entlegenen Landstädtchen Cilli in der Untersteiermark Gym-nasiallehrer war, von wo er erst 1840 nach Wien zurückkehrte, umMuseumskustos und —■ Zensor zu werden, gab er die gleiche Ab-fertigung sogar in Versen:

Schön' Dank für Eure letzten Novitäten!„Spaziergang' eines wienrischen Poeten"Kenn' ich wohl manche, teilend den GenußSowohl zu Wagen, als — und meist zu Fuß!Jedoch ein Buch des Namens kenn ich nicht,Ein solches aber meint wohl Eu'r Bericht?Nach dem, was Ihr mir sprecht von dessen Wesen,Bin ich begierig selber es zu lesen;Drum bitt' ich, habt Ihr des ein Exemplar,Leiht mir's auf ein'ge wen'ge Tage dar,Vielleicht, daß, kann ich's erst mit Muße end'gen,Wir drob in gleichem Urteil uns verständ'gen.

Auch dieser Brief durfte nicht der Polizei in die Hände fallen, sonst