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die mein Stück erlaubt, als gegen mich selbst, der es geschrieben hatte,verborgen lag. Er forderte mich auf, diese meine Bemerkungen schrift-lich aufzusetzen und ihm zur weiteren Beförderung zu überreichen.
„Das geschah. Ich setzte meine innern und jene äußern Gründeauseinander und übergab die Schrift dem Präsidenten. Als ich nacheiniger Zeit wiederholt des Erfolges wegen nachfragen wollte, wurdeich nicht mehr vorgelassen, indes man mich vorher mit Zuvorkommen-heit empfangen hatte. Die Sache war eingeschlafen. Das Stück wurdenoch ein paarmal gegeben und dann zurückgelegt. Als ich es für denDruck einreichte, erhielt ich das Imprimatur, ohne daß ein Wort ge-strichen worden wäre.
„Was dem Kaiser an diesem bis zum Übermaß loyalen Stücke miß-fallen, oder wer ihm, nachdem er es selbst mit Beifall angesehen, etwasdarüber ins Ohr gesetzt habe, ist mir bis auf diesen Augenblick einGeheimnis geblieben . . . Nur so viel weiß ich, daß der Polizeipräsidentselber völlig im Dunkeln war, woher auch seine Verlegenheit entstand.„Wie viel in dem ganzen Vorgang Aufmunterung zu künftigerpoetischer Produktion lag, überlasse ich jedem zu beurteilen." —
Als Ende 1832 der österreichische Kronprinz Ferdinand schwer er-krankt war, schrieb Grillparzer ein Gedicht „Auf die Genesung desKronprinzen", worin er die Herzensgüte des jungen Fürsten pries,der ja noch keine Gelegenheit gehabt hatte, Proben der Weisheit einesRegenten abzulegen. An Veröffentlichung dachte er dabei nicht, daihm selbst bewußt war, wie leicht der Sinn seiner Verse dem bös-willigen Witz verfallen konnte. Freunde wußten ihn jedoch zu über-reden, das Manuskript dem Redakteur der „Wiener Zeitschrift" zuüberlassen, der es privatim Deinhardstein vorlegte, der Schriftstellerund Zensor in einer Person und seit Mai 1832 Schreyvogels Nach-folger als Dramaturg des Burgtheaters geworden war. Dieser er-klärt, die Bewilligung zum Druck nicht auf sich nehmen zu können;statt aber das Manuskript zurückzugeben, legt er es — ob aus Unver-stand oder Schurkerei, weiß man nicht — seiner vorgesetzten Behörde,der Staatskanzlei vor. „Dort fällt es dem grimmigen Dummkopf Baron
B......d [Bretfeld] in die Hand", erzählt Grillparzer selbst, „und
nun ist der Lärm auf den Beinen. B......d trägt auf die Hin-richtung des Verfassers oder doch wenigstens auf einen öffentlichenVerweis an. Die ganze Stadt kommt in Aufruhr, und am nächstfolgen-den Tage kursieren bereits mehrere hundert Abschriften, von deneneinige boshafter Weise durch Hinzufügen von Gedankenstrichen,Frage- und Ausrufungszeichen zu ärgerlichen Pasquillen gewordensind. Ein Zensor Rupprecht macht einen Gassenhauer dagegen [mitdem Refrain: ,Du bist dumm!'], der aber zum Glück so elend ist, daßer die Meinung wieder auf die Seite des anfangs ziemlich allgemeinangefeindeten Dichters bringt. Verse dafür und dagegen von allen