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Politiker und Halbgelehrten, welche heut zu Tage Fürsten und Völkerbelehren wollen, in der letzten Zeit geflossen sidd, ist diese Schriftw °hl die ärgste. Nicht allein daß der Verfasser darin der letztenfranzösischen Revolution das Wort redet, den Aufstand in Polen,Italien, Braunschweig, Dresden, Kassel etc. bis in den Himmel erhebtund alle Völker zur Empörung aufregt und ermuntert, erlaubt er«ch noch die größten Injurien und die frechsten Beschuldigungengegen alle gekrönte Häupter ohne Ausnahme, namentlich gegen denKaiser von Rußland und den Kaiser von Österreich, und spricht sich"her die Zeitereignisse auf eine Weise aus, die seine Schrift zu demschamlosesten Libell stempelt. Nichts ist ihm heilig: nicht Religion,-^urst, Staat, Vaterland. Alles wird von ihm auf das frevelhaftestebeleidigt und dient seiner boshaften Laune zum Spiel. Wir könnendieses unser Urtheil durch keine Auszüge aus der Schrift bekräftigen,weil wir sie von Anfang bis zu Ende abschreiben müßten." Für denHumor des Buches hatte also auch das Berliner Oberzensurkollegiumkeinen Sinn. Geheimrat Tzschoppe, der berüchtigte Demagogen-necher, schrieb, jedenfalls zur Richtschnur für den Polizeiministerv. Brenn, mit seiner klobigen Handschrift an den Rand: „Der Antragist zu genehmigen", und noch am selben Tage, am 10. November,wurde das Verbot „cito" erlassen.
Während nun die Hamburger Akten nichts besagen über Verboteauch der folgenden Bände der „Briefe aus Paris" und sich der dortigeSenat auf Reklamationen von auswärts mehr und mehr so harthörigerwies, daß selbst die österreichische Regierung ihr stetes Bohrengegen die verhaßte Buchhandlung Hoffmann und Campe aufgab, be-schäftigte man sich in Berlin sehr eifrig auch mit den Fortsetzungendes Börneschen Buches, von denen Band 3 und 4 unter dem harm-losen Titel „Mittheilungen aus dem Gebiete der Länder- und Völker-kunde von Ludwig Börne" und einer bisher ganz unbekannten Ver-lagsfirma „Offenbach, Bei L. Brunet" Weihnachten 1832 erschienen.Geiger (a. a. 0., S. 93) meint unbegreiflicherweise, Campe habe dieseFortsetzung tatsächlich nicht mehr zu drucken gewagt, sie sei aber„von andern Verlegern bereitwillig aufgenommen worden". WelcheVerleger das waren, sagt er nicht. Im fünften Band der „Briefe ausParis" spricht Börne selbst von seinem Zerwürfnis mit Campe, undin den gleichzeitigen Briefen an seine Freundin, Jeannette Wohl, führter mit dem geheimnisvollen Druck der Fortsetzung seines Hauptwerkeseine vollständige Komödie auf, — beides nur zu dem Zweck, die etwaspionierenden Behörden irrezuführen. Heine, Gutzkow und andereZeitgenossen, die es wissen konnten, bezeichneten Campe geradezuals den Verleger auch der Fortsetzungen, und Börnes Biograph, Holz-mann (S. 301 f.), nimmt das. ohne besondern Nachweis, an. Tatsäch-lich wurden (wie ich in dem noch vorhandenen Archiv des Verlags