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der darin auftretenden Brandenburger, scheint auch die Polizei-behörde nicht mehr für nötig gehalten zu haben; 1888 meinte derDezernent, das erübrige sich wohl, da seit dem Tode des KurfürstenJoachim bereits über dreihundert Jahre verflossen seien, und Polizei-präsident v. Richthofen genehmigte daraufhin die Aufführung. Erscheint eine Kabinettsorder von 1884 (eine Verschärfung der von1844) in dem Sinne gedeutet zu haben, daß Mitglieder des könig-lichen Hauses, sogar der Alte Fritz, als handelnde Personen auf derBühne nur dann erscheinen dürften, wenn seit ihrem Tode hundertJahre verflossen seien. So war diese Bestimmung allerdings nichtgemeint: auch dann mußte die Erlaubnis des Königs eingeholtwerden; war jene Bedingung nicht erfüllt, dann sollte ein Gesuchum Genehmigung überhaupt nicht erst in das Kabinett weitergegebenwerden. (Vgl. mein Buch „Polizei und Zensur", S. 128 f.) —
Die Hartnäckigkeit, mit der Werners „Weihe der Kraft" achtzigJahre nach seiner Entstehung eine Berliner Bühne nach der anderneroberte, ist um so bemerkenswerter, als 1883 Otto Devrient zum400. Geburtstag des Reformators mit seinem erfolgreichen Festspiel„Luther" hervortrat. Möglich auch, daß das Volksstück des Schau-spielers der älteren Dichtung als Schrittmacher diente. Luther aufder Bühne wurde Mode, dem FestspielDevrients folgten die von HansHerrig und Wilhelm Henzen, und von protestantischer Seite wenig-stens scheint der Widerspruch gegen die Profanierung heiliger reli-giöser Symbole verstummt oder doch nicht mehr mit dem Nachdruckwie 1810 und 1817 erhoben worden zu sein. Daß der Streit aber immerwieder aufleben kann, zeigt die Kontroverse über den Lutherfilm imJahre 1927, die allerdings von katholischer Seite entfesselt wurdeund deren noch nicht zu übersehende Wirkung gleichfalls einZeichen der Zeit bedeuten dürfte. —
Ein halbes Jahr nach der Schlacht bei Jena hatte Werner Berlinverlassen und sich nach Wien begeben, wo er eine feste Anstellungbeim Theater zu finden hoffte. Daraus wurde nichts, und auch derDramatiker begegnete in Wien zunächst nur frostiger Ablehnung.Der Friede zu Tilsit am 9. Juli 1807 veranlaßte ihn zu einem Festspiel,einem Prolog zur bevorstehenden Friadensfeier, den er schon in Berlinbegonnen hatte; Karl Maria v. Weber wollte dazu die Musik schrei-ben. Notwendige Änderungen stellte Werner dem Freunde Iffland,dem er am 22. August 1807 das Manuskript übersandte, völliganheim; er wollte das Stück aber nicht eher gespielt sehen, als bis„die große Nation" Berlin verlassen habe; der Prolog bezeige zwarseine „schuldige Achtung gegen diese unsre hohe Alliirte", er wollesie aber damit „nicht ennuyiren", da es ihm „ganz am Amüsanten"fehle. Mit dem Abzug der Franzosen aus dem besetzten Berlin aberhatte es noch gute Wege, und der Direktor des ehemaligen „König-