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und Spec. K 54; Wiener Staatsarchiv, Kolowratakten 240. —■ DieGeschichte seiner Amtsentsetzung erzählte Vischer 1874 in der„Gegenwart", Bd. 6, S. 379 und 393. — Vgl. ferner „AusgewählteBriefe von D. F. Strauß", herausg. von Zeller, 1895.]
WERNER, ZACHARIAS (1768—1823).
Im Herbst 1803 kam Zacharias Werner, nachdem er zwölf Jahrepreußischer Kammersekretär in Warschau gewesen, nach Berlin;die Minister v. Schrötter, sein ostpreußischer Landsmann, undv. Beyme hatten ihm dort eine Stellung als Geheimer expedierenderSekretär verschafft; Iffland, der Generaldirektor des BerlinerNationaltheaters, hatte dabei mitgewirkt, denn nachdem er Wernerserstes Drama „Die Söhne des Tales" gelesen, versprach er sich vonder Entwicklung dieses neuen Dichters einen bedeutenden Gewinnfür das deutsche Drama. Und Werners Herzenswunsch ging damitin Erfüllung: aus der Warschauer Einöde sah er sich plötzlich inden Mittelpunkt des geistigen und gesellschaftlichen Lebens Nord-deutschlands versetzt; er war siebenunddreißig Jahre und hoffte, nunendlich etwas für die Unsterblichkeit zu tun. Ifflands Vertrauen indie frische Kraft des etwas wunderlichen Fremdlings bewährte sich:am 10. Januar 1806 hatte Werner den ersten Akt eines neuen Stückesvollendet, das „Die Weihe der Kraft" hieß, und am 29. März wardas ganze Drama fertig. Am 16. April las er es in einer Gesellschaftbeim Minister v. Schrötter vor. Unter den Zuhörern befand sich derberühmte Historiker Johannes v. Müller, an dessen Urteil demDichter am meisten gelegen war, denn sein Werk behandelte einender bedeutendsten Stoffe der Weltgeschichte: die Reformation undihren Helden Martin Luther, an den sich bisher noch kein Drama-tiker herangewagt hatte. Die Wahl gerade dieses Stoffes durfteWerners nähere Freunde überraschen, denn aus seiner Neigung zumKatholizismus machte er schon damals kein Hehl, und wenn er auch„den Catholicismus, der zum Ungeheuer entstaltet ist", verabscheute— er empfand Luthern als einen Katholiken „im echten höherenSinne", wie er selbst einer zu sein sich rühmte, der „keiner Partei"angehörte und Glauben und Freiheit zu einer mystisch-poetischenEinheit verschmelzen zu können meinte. „Vergöttlichung derMenschheit durch die Liebe" — diese Idee, „der Zweck meines gan-zen schriftstellerischen Würkens", glaubte Werner, ebenso wie inden „Söhnen des Tales", auch in seinem Lutherdrama versinnlichtzu haben, und als eine fromme Protestantin, in deren Hause erfreundschaftlich verkehrte, Gräfin Tina Brühl, die Mutter des spätemHoftheaterintendanten, Bedenken gegen die „Heiligkeit" des Stoffesund gegen Luthers Erscheinen auf der Bühne äußerte, beruhigteer in einem Brief, groß wie eine Denkschrift, ihre Besorgnis