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2 (1928)
Entstehung
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PFIZER 500

Staatsdienst aus und wurde nun, als unabhängiger Schriftsteller,Abgeordneter der württembergischen Kammer, in der er mit Uhlandund andern Gesinnungsgenossen die unmächtige, aber hartnäckigeOpposition bildete. Daß er durch seinen schnellen Entschluß amt-lichen Maßregelungen, die ihn sehr wahrscheinlich zum politischenMärtyrer gemacht haben würden, ausgewichen war, zeigte sich beiEröffnung der Kammer im Februar 1833. Jeder Abgeordnete wurdevom König durch Handschlag eidlich verpflichtet. Diesem Abge-ordneten aber die Hand zu reichen, lehnte König Wilhelm ab. Erließ daher Pfizer ersuchen, der Eröffnungsfeierlichkeit fern zu bleiben.Pfizer verlangte über diese Zumutung ein schriftliches Dokument.Das wurde verweigert, und statt Pfizer blieb nun der König fort:Minister v. Schlayer mußte die Kammer eröffnen.

Daß man in Preußen dem Verfasser des „Briefwechsels zweierDeutschen" sonderlich gewogen war, ist nicht anzunehmen. Angriffeauf die einmal gegebene Form des deutschen Bundes waren schonmit Rücksicht auf den Verbündeten Österreich unbeliebt, und manmuß es der preußischen Regierung nachsagen, daß sie in ihrer Bundes-treue von einer Selbstlosigkeit war, die ein rein praktischer Politikerals Sentimentalität beiseite geschoben hätte. Ein Metternich in Berlinhätte sofort versucht, solch einen Mann zu „kaufen" (denn dasmaterielle Band hatte sich stets als das dauerhafteste erwiesen),diesen Vorposten mit allen Mitteln zu stützen und sein geheimesliterarisches Kabinett durch eine so viel versprechende Kraft zubereichern. Preußen verbot statt dessen eine der nächsten SchriftenPfizers „Gedanken über das Ziel und die Aufgaben des deutschenLiberalismus" (Tübingen, 1832) durch Ministerialreskript vom 27.Au-gust 1832, und der preußische Minister des Auswärtigen, Ancillon,ließ durch den preußischen Geschäftsträger in Stuttgart, v. Salviati,bei der württembergischen Regierung Beschwerde erheben: dieSchrift sei nicht über 20 Bogen stark, habe also der dortigen Zensurunterlegen, ihre Zulassung sei daher „eine durch Nichts zu recht-fertigende Nachlässigkeit der Zensurbehörde". Und als bald daraufin Mecklenburg, so erzählt Gustav Kombst in seinem indiskretenBuche „Der deutsche Bundestag gegen Ende des Jahres 1832" (Straß-burg 1836), ein Grüpplein Liberaler den staatsgefährlichen Beschlußfaßte, dem süddeutschen Deputierten Pfizer einen „Ehrenbecher" zustiften, mußten die Veranstalter der Sammlung auf preußische Ver-anlassung vor der Untersuchungsbehörde erscheinen, um sich überihre Gesinnungen und Absichten zu legitimieren.

Wie ungeschickt Preußen war, sich für seine besten politischenZiele Bundesgenossen zu gewinnen, zeigte sich vor allem 1835 Pfi zergegenüber höchst drastisch. Damals erschien dessen Buch „lieberdie Entwichelung des öffentlichen Rechts in Deutschland durch die