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zur Virtuosität ausgebildete Technik noch das Gute, daß er dieübrigen süddeutschen Publizisten, die ähnlich dachten, aber allemehr oder weniger dem verhaßten Liberalismus verfallen waren, wieetwa Wilhelm Schulz, nicht sonderlich ernst mehr zu nehmenbrauchte. Daß auch Pfizer durchaus zu diesen Liberalen gehörte (inden österreichischen Konfidentenberichten rangiert er an der Spitzeder Radikalen), daß er an den süddeutschen Blättern radikaler Rich-tung, über die Treitschke durchweg die Lauge seines Spottes ergießt,ei frig mitgearbeitet hat, darüber geht der Historiker mit schämigemSchweigen hinweg, und ebenso unbequem ist es ihm, daß Pfizer, beiallem Glauben an Preußens deutsche Aufgabe, für die durch seineHegemonie zu erzielende Einheit doch auch ein kleines Gegen-geschenk zu fordern wagte: konstitutionelle Freiheit, womit es aller-dings, je mehr sich Pfizers Prophetie nach der einen Seite hin erfüllte,immer trüber aussah. Daß der „Briefwechsel zweier Deutschen",schon weil er anonym, wenn auch bei Cotta in Stuttgart, erschien,in Österreich sofort verboten wurde, erscheint begreiflich; PfizersBiographen Lang und Schott versichern es; ein aktenmäßiger Nach-weis des Verbots war aber bisher nicht zu finden, ebensowenig einDokument über die Aufnahme des Buches bei den amtlichen Stellen>n Preußen. Eine Zensur hatte das Werk in Stuttgart nicht pas-siert, denn dort bestand Zensurfreiheit für Bücher über 20 BogenUmfang; dieser Umfang allerdings war nur dadurch erzielt worden,daß Pfizer die beiden letzten Bogen mit Gedichten füllte, ein Trick,der im Kampf gegen die Zensur allenthalben angewandt wurde. InWürttemberg selbst wurde das Buch nicht verboten; dennoch gediehdem Verfasser sein Erstlingswerk zum Verhängnis. Er war Juristund damals Assessor in Tübingen; seine hervorragende Befähigungverhieß ihm eine erfolgreiche amtliche Laufbahn. Aber er hatte inseinem Buche den Mut gehabt, seinem höchsten Landesherrn unver-blümt zu bedeuten: Deine gottgewollte — in Wirklichkeit von Na-poleons Gnaden gewährte — Souveränität steht der Entwicklungder deutschen Einheit im Wege, und wenn dies große gemeinsameZiel erreicht werden soll, kann es ohne Opferung eines Teiles dieserSouveränität nicht abgehen. Der württembergische Hof war vondieser Forderung, die Treitschke, wenn sie von anderer Seite gestelltworden wäre, sicher als grobe Taktlosigkeit gebrandmarkt hätte,natürlich „aufs peinlichste berührt", und das Justizministerium er-hielt den Auftrag, den trotz seiner Anonymität bekannt gewordenenVerfasser darüber zu inquirieren, wie er sich das des Nähern denke.Pfizer wurde sogleich nervös, als ihn sein Vorgesetzter nach der»Tendenz" seines Buches fragte, und um allen weiteren Schikanenaus dem Wege zu gehen, antwortete er kurzweg mit der Einreichungseines Entlassungsgesuches. Am 19. Juni 1831 schied er aus dem
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