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Systems ja viel radikaler, aber den las das große Publikum nicht,Philosophen sind dem Volk der Dichter und Denker noch nie gefähr-lich geworden. Aber gerade diese novellistische Ideenkolportage,sich an die breiteste Öffentlichkeit wandte oder doch zu wendenglaubte, empörte so sehr.
Die Novelle seiner „Madonna" hatte Mundt auf seiner Sonunei-reise 1834 vermutlich selbst erlebt. Ihre Entstehungsgeschichte g 1der Aufsatz „Jungdeutsche Lebenswirren" in meinem Buche „Jungdeutscher Sturm und Drang" (Leipzig 1911, S. 3950.). E s * st .Lebensgeschichte eines jungen Mädchens, das, als Tochter eines bomischen Dorfschulmeisters geboren, aus den ärmlichen und liebioVerhältnissen des Elternhauses plötzlich in das große Lebensächsischen Hauptstadt versetzt wird. Auch der andere jungdeuts .Roman, der die Geduld der Behörden erschöpfte, Gutzkows „Wal y •hat eine Frau zur Heldin. Das Mädchen kommt zu einer 1 ante DDresden, die aber eine Kupplerin ist und in ihrem Hause mit r elstem Raffinement und körperlicher wie geistiger Erziehung die Upfür die Gelüste eines reichen Wollüstlings heranbildet, der in einjungdeutschen Buche natürlich ein Graf ist. Als der Tag des Opi eherankommt, weiß das Mädchen sich aber loszureißen und fluchtzu ihrem Geliebten, einem jungen Theologen, der ihr Unterricht ei-teilt hat, und dem sie sich in einem Rausch von Liebe und Ang shingibt. Dieser Ritter kann aber seinen Fall nicht überwinden, elstürzt sich in die Elbe, und Maria kehrt in ihr Heimatdorf zurücK-Ihren kranken, mürrischen, bigotten Vater pflegend, lebt sie in einedumpfen Verzweiflung dahin, bis ihr eines Tages ein deutscheSchriftsteller begegnet. Eine einzige Abendunterhaltung erwecsoviel Vertrauen zu dem neuen Freunde, daß Maria ihm brief»ihre Lebensgeschichte erzählt. Weiter geschieht nichts. Nach denTode ihres Vaters nimmt ihr Leben eine freudigere Wendung; s *-siedelt zu Verwandten nach München über und tritt, um die düsteieVergangenheit völlig abzustreifen, vom Katholizismus zum Pr°"testantismus über. Der innerliche Kampf der Heldin ist mit feinerPsychologie geschildert. Poetisch sehr reizvoll ist die Schilderungdes alten, in einem blöden Aberglauben völlig verstumpften Dorf-Schulmeisters. Als der Fremde in seine Hütte tritt, hält er ihm zumLohne für eine fast mit Gewalt ertrotzte Erfrischung eine geistreicheVorlesung über Casanova, der im nahen Orte Dux gelebt hat. DeiSchulmeister hat natürlich diesen Namen nie gehört, aber die reicheFlucht von ungeahnten Geistesbildern, die der Gast vor ihm auf-steigen läßt, macht auf ihn einen fast überirdischen Eindruck, undbis zu seinem Tode wird er die Gedanken an diese Stunde nicht l° s >er, der pietistische Katholik, phantasiert Tag und Nacht von Casa-nova und hofft bis zuletzt, daß der Fremdling noch einmal ihn finden