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MUNDT
werde, um ihm die Fragen zu beantworten, die ihn seit jener welt-lichen Vision ängstigen.
Proben aus dieser „Madonna" erschienen Anfang 183 5 ln denersten Heften einer Zeitschrift, die Mundt damals begründet hatte.Diese Zeitschrift hat eine etwas umständliche Vorgeschichte, dieihren Herausgeber zum erstenmal in nähere und unerfreuliche Be-ziehung zu den Zensurbehörden brachte. Mitte Juni bis AnfangOktober 1832 lebte Mundt in Leipzig als Mitarbeiter des VerlagsBrockhaus an den „Blättern für literarische Unterhaltung" und demKonversationslexikon, dessen Redaktion er sich widmen sollte. Aberdas redaktionelle Handwerk behagte ihm nicht, sein eigenes literari-sches Schaffen litt darunter, und seine akademischen Pläne, mit denener schon damals umging, rückten nicht vorwärts. Er schüttelte alsodie Fessel ab und kehrte nach Berlin zurück. Doch das rührige Ge-schäftsleben Leipzigs regte auch seine Unternehmungslust an. BeiBrockhaus fand er dafür kein Interesse, aber der Verleger GeorgWolbrecht ging auf neue Pläne bereitwillig ein. Bei ihm erschienen1833 Mundts „Kritische Wälder" und die Novelle „Der Basilisk",und mit ihm verabredete Mundt schon im Herbst 1832 eine Zeit-schrift „Echo", die ab Januar 1833 erscheinen sollte; in einem Briefan seinen Freund Gustav Kühne vom 24. September 1832, von demE. Piersons Buch „Gustav Kühne" (1889, S. 15I) nur ein undatiertesFragment enthält, spricht er davon. Das Projekt zerschlug sich,wahrscheinlich weil Wolbrecht schlecht bei Kasse war; im Mai 1833schon verschwand er plötzlich aus Leipzig, und die Firma fallierte.Mundt hatte alle Mühe, von seinen letzten beiden, bei Wolbrechtverlegten Schriften überhaupt Exemplare zu erhalten; seine Geld-forderungen an ihn wurden später aus der Konkursmasse zum Teilgedeckt. Dabei half ihm ein Freund in Leipzig (Dietert? vgl. S. 420).Aber Mundts Zeitschriftenpläne schliefen nicht ein. Er begann,sich mehr und mehr als Repräsentant einer jungen Literatur zufühlen, der seinen Zeitgenossen etwas zu sagen hatte, und das konnteer am besten in einem eigenen Organ, wie sich Heinrich Laube da-mals eines in der „Zeitung für die elegante Welt" erobert hatte. AmAufgang einer literarischen Ära standen von jeher Zeitschriften; auchdas „Junge Deutschland" mußte sich erst die literarischen Kampf-plätze schaffen, auf denen es sich theoretisch und praktisch auslebenkonnte, ohne durch einen veralteten und verknöcherten Redaktions-schematismus behindert zu sein.
Ein Zufall brachte die Kugel ins Rollen. Mundts „Kritische Wäl-der" waren — wie Herders gleichnamige Jugendschrift 1769 — eineSammlung kritischer Aufsätze; die Meyersche Hofbuchhandlung inLemgo hielt dieses Büchlein für das erste Heft eines neuen Journalsund bot dem Herausgeber eine Reihe Verlagswerke zur Rezension
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