Druckschrift 
2 (1928)
Entstehung
Seite
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Personen in würdiger Weise dargestellt sind", und schließlich anzu-geben, „ob das Stück bereits von einer Theaterdirektion zur Auf-führung angenommen" sei. Nach diesen umständlichen Vorer-hebungen wurde endlich der schwierige Fall dem Kaiser zur Ent-scheidung vorgelegt, und Wilhelm II. entschied nicht anders, alsauch sein Großvater entschieden haben würde: durch Erlaß vom!o. April 1901 wurde die Aufführung genehmigt, aber nur unter derBedingung, daß „die direkten auffallenden Apostrophen an denKönig: ,Fritz' gestrichen und in der Anrede des Generals Zieten statt,Fritz' ,Sire' gesetzt werden solle". Als dieser kaiserliche Erlaß demDirektor Paul Lindau zuging, war das Ensemble des „BerlinerTheaters" auf Gastspielreisen gegangen und die Saison fast vorüber.So blieb es dem Königlichen Schauspielhaus selbst vorbehalten,„Die Torgauer Haide" am 14. September 1908 als klassische Novitätin Berlin zum erstenmal vorzuführen, im Beisein des Kaiserpaaresund der Prinzen Adalbert und Oskar. Die störenden „Apostrophen"waren natürlich beseitigt und blieben es auch weiterhin: als EndeAugust 1914, unter der Kriegszensur, dem Berliner Lessingtheaterdie Erlaubnis zur Aufführung des Einakters gegeben wurde (zurBelebung der nationalen Stimmung) hieß es auch jetzt: „mit denseitens des Herrn Ministers angeordneten Streichungen und Ände-rungen".

MUNDT, THEODOR (1808—1861).

Auf einem der Spaziergänge des schlesischen Badeortes Char-lottenbrunn, im „Karlshain", ist ein freundlicher Aussichtspunkt,»Theodor Mundt-Ruh" genannt. Nur selten dürfte einer der Vor-übergehenden oder Verweilenden die Frage beantworten können,was dieser Name bedeutet. „Der Mann der Luise Mühlbach." Ja,Bauer, das ist ganz was andres! Der Name klingt schon vertrauter;der Mann jener Frau, deren „geistiger Geschlechtstrieb", wie Goethesich ausdrücken würde, so stark ins Zeug ging, daß sie an die drei-hundert literarische Kinder, Bände historischer und nichthistorischer„biographischer" Romane in die Welt setzte und ein Menschenalterhindurch die Wonne des Leihbibliothekenpublikums war. Zu solcherPopularität hat ihr Mann es nie gebracht, und er mochte vielleichtmanchmal die großen Hände seiner Gattin beneiden, die so gewaltige,wenn auch grobe Arbeit verrichteten; Friedrich Hebbel behauptetewenigstens, daß die Mühlbach die größten Frauenhände gehabt, dieer je gesehen, was dann zu ihren Leistungen in richtigem Verhältnissteht. Aber eins hatte Mundt vor ihr voraus: er hatte einmal, wennauch kurze Zeit, zu den führenden Geistern gehört, auf die sich Hoff-nungen richteten; das war in seiner Jugend, in den stürmischen Tagendes „Jungen Deutschlands", als er noch wähnte, der Dichter einer