Druckschrift 
2 (1928)
Entstehung
Seite
344
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v. KNEBEL 344

Herr Minister jetzt endlich entschlossen hat, auch seine Briefe mirzu überliefern. Dies kann unserer Ausgabe des Nachlasses sehrnützen (Briefe eines preußischen Staatsministers!) und wir müßtensie anhangsweise dem dritten Bande hinzufügen. Noch hatsie mir der Minister nicht in die Hände geliefert, aber ich lasse esmich gern meine Zeit kosten, um ihn in jeder Weise daran zamahnen, und wir werden sie erhalten. Aus Ihrem gef. Schreibenvom 21. d. ersehe ich auch, daß Ihnen der Kupferstich (oder vielmehrStahlstich!) jetzt richtig zugekommen. Obwohl derselbe keineUnterschrift führt, so wird doch Jedermann wissen, wen es vor-stellen soll, und ich halte es daher für unpassend, ein Blatt mit einerBemerkung deshalb beizufügen. In der Buchhändler-Annonce des3. Bandes können Sie es namhaft machen, daß es ein Stahlsticn(meisterhaft gelungen) nach einem Relief von Friedrich Tieck sei.

Am 8. Februar machte dann Mundt eine weitere Manusknpt-sendung zum dritten Bande, wobei er bemerkte, daß der Rest sichnoch nicht in druckfertigem Zustande befinde, „nicht in Ermange'lung meiner Tätigkeit, sondern aus anderen Gründen", und hinzufügte-„Auch will ich noch eine Audienz daran wagen, um die Briefe desMinisters, die er versprochen, aber noch nicht gegeben, loszueisen-Daß dieselben zu dem Nachlaß hinzukommen, ist wichtig genug, umein wenig Harren und Mühen sich nicht verdrießen zu lassen-Knebels Nachlaß macht jetzt auch noch auf eine andere Weise Auf-sehn, als man anfangs gedacht hatte. In sämmtlichen Amts- undRegierungsblättern der Preußischen Monarchie steht er angekündigt*als ein Buch, dem der meines Namens wegen sonst unzulässigeDebit höheren Orts freigegeben worden sei, und diese specielle Be-kanntmachung hat etwas Auffallendes, was noch die Neugierde fürdas Buch selbst reizt."

Am 21. Februar endlich folgte der Rest nebst der Ankündigung,daß der dritte Band noch ein von Mundt verfaßtes Vorwort ent-halten werde: „So wären denn nun, Gott sei Dank! diese Strapazen,die mich so lange geknebelt hielten, meinerseits überstanden IWas den Briefwechsel zwischen Knebel und dem Minister v. Alten-stein betrifft, so haben doch nur zwei Briefe Knebels an den letzterennoch anhangweise mitgetheilt werden können. Hinsichts seinereigenen Briefe ist der Herr Minister von Neuem seinen Zweifelnerlegen. Er hat mich jedoch veranlaßt, in dem Vorwort, das ichzum dritten Bande abgefaßt, Etwas darüber zu sagen. Dies Vorwort,ohne welches das Buch nicht ausgegeben werden kann, sende ichIhnen in einigen Tagen nach. Es enthält auch einige Bemerkungenüber das Bild, das dem III. Bande beigegeben, sowie überhauptMehreres, was in gegenwärtiger Zeit von Nutzen sein kann."

Das Manukript zu dem beabsichtigten Vorwort legte Mundt zu-