Druckschrift 
2 (1928)
Entstehung
Seite
343
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343 v - KNEBEL

geschrieben, wo Mundt sich bis Anfang Dezember aufhielt, umdie Redaktion des 3. Knebelbandes zu vollenden. Er sprach darinnoch eine „gehorsame Bitte" aus, die den Schlußband betraf: derBriefwechsel Altensteins mit Knebel sollte darin mitgeteilt werden..■ .Dürfte ich", so schrieb Mundt an Schulze, „Ew. Hochwohlgeborenersuchen, den letzten Versuch zu machen, ob der Herr Minister,wenn nicht die seinigen, doch wenigstens die von Knebel an ihn ge-schriebenen Briefe, uns mitzutheilen für gut befände, da ich von denletzteren 2 zur Vorlegung ausgeliefert hatte? Zugleich möchte ichwissen, ob ich für die Ausgabe des Nachlasses bestimmt auf denKupferstich rechnen kann, den Se. Excellenz dafür zu verheißen dieGüte gehabt. Ich würde Ew. Hochwohlgeboren nicht mit diesenAnfragen beschweren, wenn nicht der Druck des dritten Bandessoeben begänne und es nicht dringend nöthig wäre, nun das ganzeWerk schnell zu vollenden."

Zur Hergabe der an ihn gerichteten Briefe Knebels entschloß sichder Minister aber erst nach langem Warten, und der Redaktionerwuchsen beim dritten Bande noch weitere unvorhergeseheneSchwierigkeiten, die die Ausgabe verzögerten. Mit dem Gesuch desVerlegers an das preußische Ministerium um Freigabe der beidenersten Bände, wodurch er sich also der Rezensur durch das Ober-zensurkollegium unterwarf, war Mundt wenig einverstanden. „Wasden Knebel betrifft," erklärte er ihm am 1. Januar 1836 vonBerlin aus, wohin er Anfang Dezember zurückgekehrt war, „hättenSie nicht nöthig gehabt, die Recensur deshalb nachzusuchen. Wenig-stens haben, wie ich weiß, die hiesigen Buchhändler, in der Suppo-sition, daß das Buch ja nicht von Th. Mundt herrühre und auch nochein anderer Herausgeber genannt ist, dasselbe ruhig debitirt, undeine Handlung hat zu Weihnachten damit gute Geschäfte gemacht."

Bei der Redaktion des dritten Bandes, der neben dem Rest desBriefwechsels Knebels Vermischte Schriften, Tagebuchblätter, Auf-sätze und Fragmente enthielt, deren Ordnung große Mühe machteund erst Ende Februar abgeschlossen werden konnte, kamen ihmjedoch selbst Bedenken, die er am 29. Januar 1836 von Berlin ausReichenbach mitteilte:

,,Ich beeile mich, meine verehrtesten Freunde, Ihnen in der Anlagewieder einen Stoß des Knebeischen Manuskriptes zugehen zu lassen.Die Arbeit gedeiht nur langsam, weil jetzt viele Stellen und ganzeAufsätze in den K'schen Papieren sich finden, die antichrist-lich sind, und längere Erwägung nöthig machen, weil sonst, unterden gegenwärtigen schlimmen Verhältnissen, leicht das ganze Werkgefährdet werden könnte. Das noch rückständige Mspt. zum Schlußdes 3. Bandes werde ich mich bemühen, recht bald nachfolgen zulassen. Noch kann ich Ihnen das Erfreuliche melden, daß sich der