JOHN
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Anregung zu der Broschüre gegeben und den Hauptteil des auDialog bestehenden Textes verfaßt zu haben. Er glaubte sich recht-fertigen zu können mit seiner Überzeugung, daß manche Beamte auunlauteren Gründen in preußische Dienste getreten seien und cliAufnahme dieser neuen Staatsdiener nicht mit der nötigen Vorsiehbehandelt werde! Außerdem habe er seinen Vorgesetzten „als Schritt-steiler und Denker vorteilhaft bekannt werden" wollen. Aus den»lebenslustigen Gesellen Augusts von Goethe war demnach ein trau-riger Streber übelster Sorte geworden. Die Akten über diesen Handelhat der Königsberger Forscher Paul Czygan in seinem unerschöpf-lichen Quellenwerk „Zur Geschichte der Tagesliteratur während derFreiheitskriege" (1909—1911, Bd. II, Abt. 2, S. 55, 286 ff., 292 #•)vollständig mitgeteilt. Was also Varnhagen von Ense unterm 22. Ja-nuar 1837, voll Ingrimm über Johns Auszeichnung durch den RotenAdlerorden, in seinen Tagebüchern über diese „Büberei" nieder-schrieb, stimmt im wesentlichen; nur irrte er sich im Titel der vonJohn und Müchler verfaßten Schrift. Danach berichtigt sich auchdas, was ich in meinem „Jungdeutschen Sturm und Drang" (»9 11 'S. 54) darüber sagte. Ein Burschenschafter oder gar Demagog aberist John nie gewesen; was C. A. H. Burkhardt in der „Chronik desWiener Goethe-Vereins" (Bd. XII, Nr. 8: „Zur Kenntnis der Goethe-Handschriften", auch selbständig erschienen) und nach ihm LudwigGeiger, „Das junge Deutschland und die preußische Censur" (1900,S. 149) darüber andeuten, kann nur ein Mißverständnis sein; alsJohn in Jena studierte, gab es noch keine Burschenschaft, und alssich Kriminalrat Hitzig bei Goethe über John erkundigte, warenauch die Demagogenverfolgungen noch nicht im Gange.
Trotzdem die Minister auf John nicht sonderlich zu sprechenwaren, hatte er nicht einmal falsch spekuliert: die Strafversetzungbrachte ihn nach Berlin. Dort sollte er in irgendeinem Bureau unter-gebracht werden; mit seiner Anstellung hatte offenbar KriminalratHitzig zu tun, bei dem John sich wiederum auf Goethe berief. Hitzigtraute der Sache anscheinend nicht und informierte sich in Weimarüber die politische Gesinnung des neu einzustellenden Beamten-Goethe versicherte (18. März 1816), an seinem früheren Sekretärnie eine politische Tendenz bemerkt zu haben, „außer jenem löb-lichen Eifer, welcher damals die deutsche Jugend belebte"; er habesich weder um Zeitungen noch um politische Broschüren sonderlichgekümmert. Johns Merseburger Heldentaten hatte Hitzig offenbarmitgeteilt, und Goethe war darüber empört; das schon oben zitierteZeugnis fiel daher ziemlich unwirsch aus; dennoch empfahl er...einen nochmaligen Versuch zu seiner Besserung machen zu lassen",und in einem spätem Brief an Hitzig (29. Juli 1817) freut er sichdarüber, daß „einem wirklich fähigen und brauchbaren Menschen