Druckschrift 
2 (1928)
Entstehung
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297
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297 JOHN

^ e 't und Raum gelassen wurde, seine Verirrungen einzusehn, zuv ermeiden und in reine Thätigkeit aufzulösen".

Die „reine Tätigkeit" fanden Johns unsaubere Finger nun in Berlin.£r wurde zunächst Hilfsexpedient bei der neuorganisierten preu-ßischen Regierung und am 20. September 1817 als expedierenderSekretär angestellt. Am 30. Oktober 1819 besuchte „Regierungs-sekretär John aus Berlin" den Geheimen Rat Goethe in Weimar zumerstenmal wieder und wurde anscheinend freundlichst aufgenommen,denn er wiederholte diese Besuche noch zweimal: am 25. Juni 1829und am 18. Juni 1831.

Ein Buch von Friedrich Benzenberg, dem „ersten rheinischen Libe-ralen", über Friedrich Wilhelm III. wurde Anfang Mai 1821 Ursache,daß der Lokalzensor der Berliner Zeitungen, de la Garde, plötzlichseines Amtes entsetzt wurde (vgl. Bd. I, S. 64). Sein Nachfolgerwurde John. Seine Aufgabe war, die sogenannten „Intelligenzien"zu zensieren, den ganzen nicht politischen Inhalt der Tageszeitungeneinschließlich des Inseratenteils, dem de la Garde seine Entlassungzu verdanken hatte. Seine Tätigkeit als expedierender Sekretär behielter bei, siedelte aber in das Lokal des Intelligenzkomptoirs über, wodas amtliche Inseratenorgan, das Berliner Intelligenzblatt, redigiertwurde. Für seine Nebenbeschäftigung als Zensor erhielt er eineRemuneration von 50 Taler vierteljährlich.

Am 18. Januar 1823 übernahm er als Ersatzmann des GeheimenRats Jouffroy auch die politische Zeitungszensur, und Anfang Maiwurden seine Kompetenzen noch erweitert: man übertrug ihm dieAufsicht auf politische und Volksschriften, die außerhalb Preußenserschienen und durch den Buchhandel eingeführt wurden. Was ihmdavon bedenklich erschien, hatte er dem Polizeiminister vorzulegen,damit es rechtzeitig verboten werden konnte, denn in den übrigendeutschen Bundesstaaten nahm man es mit der Zensur nicht immerallzu genau. Er gehörte nun zum Generalbureau des Polizeipräsi-diums am Molkenmarkt, und die Arbeit häufte sich; schon als eram 5. Mai 1823 für das aufs neue ihm bewiesene Vertrauen seinenDank abstattete, deutete er auf die Überbürdung durch sein Doppel-amt als expedierender Sekretär und Zensor hin: er habe „schon seitgeraumer Zeit auf alle Privatstudien, ja auf fast alle Erholung Ver-zicht" geleistet. Er wünschte offenbar schon damals, mit gutemWind aus dem Polizeipräsidium fortzukommen. Als Zensor aberübte er sein Amt zur höchsten Zufriedenheit des Polizeiministersv.Schuckmann aus, und als Ende des Jahres Hof rat Heun, als Schrift-steller und oft recht zensurwidriger Novellenfabrikant unter demNamen Clauren bekannt, aus der Redaktion der „Allgemeinen Preu-ßischen Staatszeitung" ausschied, waren die Minister überzeugt, daßfür die Leitung dieses offiziösen Blattes keiner besser geeignet sei,