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2 (1928)
Entstehung
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272
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HEIDELOFF UND CAMPE 2 7 2

machten mit ihnen Geschäfte, standen zu ihren Organisationen inBeziehung und vertrieben in allen möglichen Verkleidungen polen-freundliche Literatur. Großen Umsatz mit der Einschmuggelungsolcher verbotenen Literatur nach Österreich hinein machte dieFirma Knoblauch; über welche Stationen ihre Sendungen gingen,war, wie Gauger verriet, „strenges Geheimnis, um die Mauthbeamtenzu schonen". An dieser damals von Deutschland und vom Mittel-punkt des deutschen Buchhandels aus massenhaft vertriebenen, hei-matlosen Polenliteratur scheint auch Heideloff stark beteiligt ge-wesen sein; ein österreichischer „Konfidentenbericht" (vgl. über dieseSpezies den Artikel: Beurmann, oben Seite 27) nennt ihn 1834 a ^ sdenjenigen, der im Dienste der „Gesellschaft für Menschenrechte"eine Menge verbotener Bücher in die Welt sende.

Als der preußische Minister des Auswärtigen, Ancillon, am 19. No-vember 1833 um ein Verzeichnis der von Heideloff und Campe inden letzten Jahren nach Deutschland verschickten revolutionärenSchriften ersuchte, antwortete ihm der Gesandte v. Werther in Parisam 13. Dezember, das könne er nicht liefern, da die meisten dieserFlugschriften unter falscher Firma hinausgingen. Aber das PariserHaus stehe in engster Beziehung zu Hoffmann und Campe in Ham-burg und zu Friedrich Campe in Nürnberg. Auch aus Dresden kamdie Auskunft, es habe in Nürnberg eine „Kommandite", und dieAussagen Gaugers bestätigten diese Meldungen. Nach ihm tauschtendie Pariser und die Hamburger Firma ihre Verlagswerke regelmäßigaus; der Verkehr gehe meist durch den Kommissionär über Leipzig,größere Sendungen zu Wasser über Flavre. Aus Hamburg sei übri-gens, versicherte Gauger, außer den „Briefen aus Paris" von Börne,nie etwas Revolutionäres eingelaufen. Friedrich Campe in Nürnbergsei an dem Unternehmen am meisten beteiligt; nichts geschehe ohnedessen Willen, und Werke, die der bayrische Zensor passieren lasse,würden bei ihm gedruckt. Auch mit dem eigenen Vater verkehre derPariser Campe nie direkt, sondern stets durch den Leipziger Kom-missionär. Leipzig, Nürnberg und Hamburg waren also die Schlupf-winkel, die das preußische Ministerium auszuräuchern hatte, um dannmit einem Generalverbot gegen Heideloff und seine deutschen Hel-fershelfer die Untersuchung abzuschließen.

Daß der Druckort „Leipzig" auf Heines separat erschienenerskandalöser Vorrede zu den „Französischen Zuständen" eine Fäl-schung war, hatte man bald heraus; der preußische Gesandte inDresden konnte sogleich versichern, die Broschüre sei keinesfalls inLeipzig gedruckt und eine Firma Heideloff existiere dort gar nicht.Der Kommissionär J. C. Ch. Kirbach (Dycksche Buchhandlung) warnatürlich so unschuldig wie ein Kind; er bekam von Paris stets nurverschnürte Ballen, die er unbesehen weiter gab; was darin stecke,