DEINH ARD STEIN
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nächst in einem Berliner Privatzirkel aufgeführt und dann auch inder dortigen Kgl. Hochschule für Musik öffentlich und gegen Entree,wie Sudermann in der Protestversammlung des Goethebundes vom8. März 1903 mitteilen konnte.
DEINHARDSTEIN, JOHANN LUDWIG (1794—1859).
Dichter, Jurist, Redakteur, Professor, Hofburgtheaterdirektor —und nebenbei Zensor — wessen Charakter in diesem Aufeinander-prall der Pflichten nicht zerrieben wird, der hat gewiß nie einen# gehabt. Das war denn auch die überwiegende Meinung der Zeitge-nossen über den Wiener Schriftsteller Deinhardstein, der mehreres. Z. vielgespielte Künstlerdramen wie „Garrick in Bristol", HansSachs" u. a. schrieb, in deren Paraderollen gastierende Virtuosensich gefielen. Das juristische Brotstudium hatte Deinhardstein frühaufgegeben; 1827 wurde er Professor der Ästhetik an der Theresia-nischen Ritterakademie, zugleich Zensor, und diese Bürde trug er soziemlich bis zu seinem Lebensende; 1829 übernahm er die Redaktionder vom österreichischen Staat unterstützten „Wiener Jahrbücherder Literatur Mai !8 3 2 wurde er gar des plötzlich pensioniertenSchreyvogel Nachfolger als Vizedirektor des Hofburgtheaters, März1843 Regierungsrat; auf jenem Posten löste ihn 1841 Franz v. Hol-bein ab. Der nunmehrige niederösterreichische Regierungsrat avan-cierte zum Referenten für Zensursachen bei der Polizeihofstelle. Bei-rat des Statthalters in literarischen, besonders theatralischen Ange-legenheiten blieb er auch nach 1848.
Was in Wien die Feder führte, war ihm „befreundet" — eine Muß-Freundschaft, denn von seiner zufälligen Stimmung hing oft dieExistenz eines Stückes oder eines Buches ab. Auch manche Schrift-steller außerhalb Österreichs suchten seine Protektion, und mitjovialer Liebenswürdigkeit wußte er zu rechter Zeit den Beamtenvergessen zu machen. Er hatte ja auch seine Bohemezeit gehabt undehedem als „bürgerlich unbrauchbar" gegolten, bis er sich dannmit solcher Energie zusammenriß, daß aus dem Bruder Übermutwenigstens äußerlich ein Muster von Sittsamkeit, Loyalität und Fröm-migkeit wurde. Er war keine Natur, die ihr Doppeldasein tragischgenommen hatte — das Leben war so schön, besonders in Wien —wozu sich die Stunden verbittern mit Dingen, nach denen vielleichtmorgen kern Hahn mehr krähte! Als würdiger Redakteur der offi-ziösen „Wiener Jahrbücher" verstieg er sich wohl zu dem Satz:„Ware eme strenge Censur in Deutschland, wir hätten einige tausendschlechte Bücher weniger und einige hunderttausend sittliche Jüng-linge und Mädchen mehr", worüber ihn die „Blätter für literarischeUnterhaltung" (Nr. 231 vom 7. Oktober 1829, Chiffre 104 ist Joh.Schön) heftig zur Rede stellten; aber am gemütlichen Stammtisch