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BISMARCK-NATIONAL-DENKMAL a WETTBEWERB
gebender Stelle geäußert wurden, zurücktreten. Am Ostermontag des Jahres 1908konnte die erste Hauptversammlung im Hotel Viktoria zu Bingen abgehalten werden,die zur Wahl des Vorstandes und verschiedener Sonderausschüsse führte.
Nachdem am 5. und 6. Oktober 1908 in Berlin eine Versammlung der Vor-stände getagt hatte, folgte am 25. Oktober 1908 zu Bingen die grundlegende Sitzungdes Kunstausschusses unter dem Vorsitz der Herren Geh. Kommerzienrat E. Kirdorfund Provinzialkonservator Prof. Dr. Clemen. Nach einer erneuten Besichtigung desDenkmalplatzes stimmte man nicht nur den früheren Beschlüssen zu, sondern wählteauch die zum Ankauf notwendigen Grundstücke aus. Es wurden 9 ha, 38 a, 77 qmerworben, also auch diejenigen Flächen, die bei Belassung in Privatbesitz zu einemspäteren Verbauen des Denkmals hätten Gelegenheit geben können. Ferner wurde einengerer Ausschuß, bestehend aus den Herren Prof. Dr. Clemen, Königl. Baurat Haeuserund Regierungspräsident a. D. zur Nedden, beauftragt, mit der Stadt Bingen wegenSchaffung eines Nationalparkes in Verbindung zu treten. Bingen stellte eine Flächevon 64 ha in diesem Sinne zur Verfügung.
Nachdem so der Platz endgültig festgelegt und für den besonderen Zweckalles Notwendige gesichert war, wurde die Vorbereitung eines Wettbewerbes einerKommission übertragen, der die Herren Prof. Dr. Clemen, Prof. Dr. Dessoir, Prof. Kreisund Prof. Dr. Schmid angehörten. Einstimmigkeit herrschte darüber, daß man zudiesem nationalen Werke nicht eine beschränkte Zahl von Künstlern auffordern dürfe.Alle deutschen Künstler, alle, die deutsch der Sprache und dem Fühlen nach waren,mochten sie innerhalb oder außerhalb der Reichsgrenze ihren Sitz haben, sie allesollten ihr höchstes Wollen und ihr stärkstes Können an diese Aufgabe setzen dürfen.Sodann hielt der Kunstausschuß am 16. April 1909 eine Sitzung in Frankfurt a. M. ab.Hier legte der erwählte Ausschuß den Entwurf des Preisausschreibens vor, der dieZustimmung der Versammlung fand. Zugleich erfolgte die Wahl der Preisrichter undder Stellvertreter. Nachdem sämtlichen Preisrichtern und deren Stellvertretern derWortlaut des Preisausschreibens vorgelegt, von diesen durchgearbeitet und die letzteRedaktion endgültig gebilligt war, konnte Mitte September 1909 durch die Tages- undFachpresse die Publikation des Preisausschreibens erfolgen. Es hatte folgenden Wortlaut:
Preisausschreiben für ein Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe
bei Bingerbrück.
§ I.
Auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück, aufeinem durch günstige Lage und glücklichenMaßstab bevorzugten Punkte, auf dem äußer-sten Vorsprung des Hunsrück ins Rheintal,will das deutsche Volk dem Fürsten Ottovon Bismarck anläßlich der Jahrhundertfeier amI. April 1915 ein monumentales Wahrzeichender Dankbarkeit und Verehrung errichten.
Zur Gewinnung von Entwürfen für diesesBismarck-National-Denkmal wird ein Wett-bewerb ausgeschrieben unter allendeutschen Künstlern. Entstehen Zweifeldarüber, ob ein Bewerber oder eine Bewerbungdiese Voraussetzung erfüllt, so entscheidet
das Preisgericht, und zwar endgültig unterAusschluß des Rechtsweges.
§ 2.
1. Das Denkmal soll errichtet werden aufdem im begleitenden Lageplan mit a b c dbezeichneten Gelände.
2. Es soll dem Künstler überlassen bleiben,wohin er auf dem angegebenen Gelände denSchwerpunkt der Denkmalsanlage verlegenwill, doch wird entscheidendes Gewicht daraufgelegt, daß das Denkmal vom Rheine aus,sowohl oberhalb wie unterhalb der Elisenhöhe,zur Geltung kommt. Es soll zugleich denDenkmalplatz vollkommen beherrschen.