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Hundert Entwürfe aus dem Wettbewerb für das Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück-Bingen
Entstehung
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BISMARCK-NATIONAL-DENKMAL o WETTBEWERB

Das war der Weckruf, durch den im Herbst des Jahres 1908 das deutscheVolk gemahnt wurde, seines großen Helden an seinem hundertsten Geburtstage inwürdiger Form zu gedenken. Der Anregung und den grundlegenden Vorschlägendes Generalsekretärs C. Peter in Köln folgend, hatten einige deutsche Männer denGedanken gefaßt und im stillen, aber emsig wirkend ihn so weit vorbereitet, daß ernun sieghaft hervortreten und das ganze deutsche Volk mitreißen konnte. Am18. April 1907 hatten sie sich mit einer Anzahl Gesinnungsgenossen in der Reichs-hauptstadt zusammengefunden. Aus allen deutschen Landen waren Bismarckverehrergekommen, um für ein solches Denkmal den Boden zu ebnen und den Standort zuwählen. Für alle deutschen Lande wurden Vorschläge gemacht: Thüringer Wald undHarz, die Hügel am Main und der Weser wurden gerühmt und am letzten Ende etwa10 Plätze zur Wahl gestellt. Schließlich kam man dahin überein, daß ein Bismarck-Denkmal stehen müsse an der viel umkämpften, viel bedrohten und stets bewahrtendeutschen Landesgrenze. Dort, wohin seit der Epoche, da Bismarck das Licht derWelt erblickte, bis hinein in unsere Tage das deutsche Volk in Sorge wie in Freudedie Blicke gelenkt. Wenn Volkssage und Volkslied seit Jahrhunderten vom Rhein-strome als der großen deutschen Völkerstraße sprechen, wenn man allmählich sichdaran gewöhnt hat, in ihm den eigentlichen nationalen Fluß zu erblicken, so mußauch ein Nationaldenkmal, das nicht aus geschichtlichen Rücksichten etwa amKyffhäuser oder Teutoburger Wald haftet, oder nicht durch persönliche Beziehungenan irgend einen Sonderort gebannt ist, im Rheinstrom sich spiegeln. Denn der Rheingehört allen Deutschen gemeinsam! Ueberdies ist es ja gerade eines der unsterb-lichen Verdienste des Fürsten Bismarck, den Rhein wieder zu einem freien deutschenStrome gemacht zu haben.

So urteilte die Berliner Versammlung und so haben auch alle späteren Ver-sammlungen geurteilt, in denen wieder aus den verschiedensten deutschen LandenMänner zugegen waren. Auch darüber war man sich immer einig, daß dieser einmalgefaßte Entschluß festgehalten werden müßte, und endlich darüber, daß nicht frühgenug am Rheine selbst ein geeigneter Punkt festgelegt werden könnte. Nur sokonnte man von vornherein dem alten deutschen Hader, der selbstverständlich umdie Denkmalstätte entbrennen würde, jede Gelegenheit zur Betätigung entziehen.Weder im Norden, noch im Süden, einzig am Mittelrhein durfte der Ort liegen. Dafiel naturgemäß der Blick auf die Elisenhöhe bei Bingerbrück. Hier hatte schonfrüher ein kleines Ortskomitee ähnliches geplant. Nun trat es zurück zugunsten desgroßen, aus ganz Deutschland zusammengerufenen Nationalausschusses. Die Fragewar nur, ob die Elisenhöhe auch allen künstlerischen und bautechnischen Anforde-rungen vollkommen zu genügen vermöchte, die hier zu stellen waren. Darum erklärtedie große, am 20. April 1908 in Bingen tagende Versammlung, daß der endgültigeEntscheid über die Wahl des Denkmalortes nur nach einer fachmännischen Prüfungder Elisenhöhe erfolgen könne. Wenn auch nicht alle dazu geladenen künstlerischführenden Männer an der Sitzung und der Ortsbesichtigung am 25. Oktober 1908teilnahmen, wenn manche, wie Professor Tuaillon oder wie Professor Theodor Fischeroder Arthur Kampf, im letzten Momente verhindert waren, so darf doch behauptetwerden, daß die anwesenden Fachleute eine genügende Garantie dem deutschenVolke boten, daß hier mit aller wünschenswerten Sorgfalt vorgegangen ist.

Seitdem haben zahllose Künstler von Ruf das damals gefällte Urteil wiederholtund bestätigt. Demgegenüber mußten alle Bedenken, die zum Teil von sehr maß-