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Siebzehnter Abschnitt.
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Die Süssigkeit, als hervorragendste und jedermann auffälligeEigenschaft des Zuckers oder Honigs, dürfte es veranlasst haben,dass diese Stoffe seit jeher mit besonderer Vorliebe als Beispielebei der philosophischen Erörterung des Verhältnisses zwischenEmpfindung und Aussenwelt benutzt wurden. Einige diesbezüg-liche Ansprüche antiker Autoren sind bereits oben angeführtworden; ein vedischer Spruch, citiert in Hartmann's „Philosophiedes Unbewussten" (1872, 26) sagt gleichfalls: „auch der Syrupsaftbringt sich selbst nicht in Erfahrung, und dennoch sagen wir,vermöge der von jenem Safte verschiedenen Sinne die ihn erkennen,dass er von süsser Natur sei." In John Locke's (1632—1704)„Versuch über den menschlichen Verstand" heisst es: „Wermut-samen und Senfkörner, die das Kind von sich stösst, sind, dasweiss es gewiss, nicht Apfel oder Zucker, nach denen es schreit:längst bevor das Kind den logischen Satz des Widerspruches kennt,weiss es genau, dass süss nicht bitter ist." Bei Berkeley (1684—1753) findet sich der Satz: „Das einzige Objekt des Verstandessind Ideen: sinnliche Eigenschaften, wie weiss und süss, sind sub-jektive Zustände der Seele, Sinnendinge, wie Zucker, Komplexe vonEmpfindungen"; bei Hume (1711—1776) steht der analoge Aus-spruch: „Bei der mehrmaligen Empfindung derselben Merkmalgruppebleibt sich das Vorstellen immer gleich: jedesmal wenn ich Zuckersehe, thue ich dasselbe, ich verknüpfe nämlich die Eigenschaftender weissen Farbe, des süssen Geschmackes, und der Härte mit-einander." Ebenso sagt Kant in den „Prolegomena" (Grundzügeder Erkenntnis-Theorie, §. 19): „Dass der Zucker süss, der Wermutwidrig sei, sind bloss subjektiv gültige Urteile." Selbst in einemWerke aus allerjüngster Zeit, wie Max Müller's „Das Denken imLichte der Sprache", weiss der Verfasser kein geeigneteres Beispielzur Darstellung seines Gedankenganges zu finden, und sagt(S. 21 und409): „So wird Süssigkeit . . ., die fürs erste nur einen passivenZustand des Subjektes darstellt, infolge des unserem Geiste an-haftenden Zwanges jedes Ding als Ursache oder Wirkung aufzu-fassen, in eine Ursache, oder in das, was wir ein ausser uns be-findliches Objekt nennen, verwandelt. Statt zu sagen: wir empfindensüss . . ., gehen wir weiter, und sagen, dass dies andere ausser unssüss, Zucker, sei. Drücken wir uns subjektiv aus, so meinen wir,die Empfindung dieses Dinges, Zucker, ist von der Empfindungdes Süssen, nicht von der Empfindung eines anderen süssen Dingesbegleitet; drücken wir uns objektiv aus, so meinen wir, diesesStück Zucker ist süss, d. h. es ruft in uns eine Empfindung hervor,die wir süss nennen."
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