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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zuekerverbrauch Europas im 17. und 18. Jahrhunderte. 333

eigenen Füssen stehenden Handels- und Gewerbegebiete zu machen,in Berlin neu erstehen liess, gehörte auch die Zuckerraffination,denn als unbedingter Anhänger des Colbert'schen Merkantil-systems suchte Friedrich IL, „um das Geld möglichst im Landezu behalten", gerade die teuren Kolonialwaaren entweder durchhohe Zölle (50—150°/ 0 des Wertes) und Einfuhrverbote ganz aus-zuschliessen, oder sie wenigstens durch Umarbeitung im Inlandefür den Wohlstand seiner Staaten indirekt nutzbar zu machen.Etwa fünfhundert Waarenarten wurden monopolisiert und durftennur auf Staatsrechnung, oder durch besonders Privilegierte einge-führt und verkauft werden, und zu diesen gehörte auch der Zucker undder Syrup, deren Eingang, zum Schaden der Hamburger Fabrikanten,erst durch einen Prohibitivzoll beschränkt, und dann (1751) gänz-lich verboten wurde (Falke II, 248ff., 256ff.). Im Jahre 1749erhielt Splittberger ein Privilegium zur Anlegung von Zucker-siedereien in Berlin, deren eine, nach holländischem Muster erbaut,noch im selben Jahre, die andere, nach englischem Vorbilde ein-gerichtet, 1751 in Betrieb kam; 1760 wurdeSplittgerber's Mo-nopol über die ganze Monarchie ausgedehnt (Otto, a. a. 0. II,217), und daraufhin 1774 in Bromberg, 1785 in Minden undin Breslau eine Raffinerie eröffnet. Im Jahre 1785 verkaufte dieBerliner Siederei für 153 710 Thaler Zucker, die Mindener für108 000, die Bromberger für 24 544, und der Steuerbetrag beliefsich 1788 auf 345 400 Thaler, bei einem Gesammterlös der privi-ligierten Fabriken von etwa 860000 Thalern. Nach dem TodeFriedrich des Grossen (1786) wurde zwar Splittgerber'salleiniges Monopol aufgehoben (Busch 17), das Einfuhrverbot fürfremden Zucker blieb aber-unverändert, so dass nach 1790 neueRaffinerieen zu erstehen begannen: die ersten legte v. Velthusenin Wismar und Stettin an*) (Busch 34), sodann folgten dieSiedereien von Danzig, Frankfurt a. O., Havelberg, Magdeburg,Königsberg und Elbing (Beer II, 466), welche beiden letzterenStädte, ihrer entfernten Lage wegen, anfangs allein die Erlaubniserhalten hatten, fremde Raffinaden einzuführen, und 1784 24123,1785 zusammen 15436 Zentner importierten. Mehrere dieserRaffinerieen gingen indes bald wieder ein, und auch die in denRheinlanden und Hannover errichteten, vermochten sich nicht zubehaupten (Busch 34); immerhin erzeugten aber die sämmtlichenpreussischen Fabriken 1790 bereits 100 000 Zentner Zucker und

*) Aus letzterer ging die noch jetzt bestehende Pommersche Provinzial-Zuckersiederei hervor.