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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zuckerverbrauch Europas im 17. und 18. Jahrhunderte. 323

verliessen 4 Millionen das Land, in welchem eine Bevölkerungzurückblieb, von der schon Guicciardini sagt: »Vor nichts hatdas geringe Volk Spaniens einen gewaltigeren Abscheu, als vorden Geräten und Werkzeugen menschlichen Fleisses." Indem manso die Intelligenten und Betriebsamen zwang ihr Heimatland zuverlassen, wurde aber dessen Handel und Gewerbefleiss der Ver-nichtung, und die Grundlage alles Wohlstandes, der Ackerbau, demUntergange preisgegeben; vergeblich suchte die Regierung dereinbrechenden Verarmung durch Einschränkung des Zwischenhandels,hohe Zölle, Verbot der Edelmetall-Ausfuhr, Gründung von Handels-gesellschaften (1728 für Karakas, 1735 für Cuba, 1756 für Domingound Portorieo), und schliesslich durch Freigebung des Handelszwischen Spanien und seinen Kolonieen, sowie zwischen diesenuntereinander (1765, 1774), vorzubeugen; einige dieser Massregelnwaren unnütz oder sogar schädlich, andere konnten infolge derfortdauernden kostspieligen Kriege keinen Erfolg bringen, nochandere kamen zu spät, um den, durch ein drückendes monopo-listisches System ausgesogenen Kolonieen wieder aufzuhelfen, undalle zusammengenommen bewirkten nur, dass die finanzielle unddamit auch die politische Macht des Reiches immer mehr zurück-ging, und sein Handel in völlige Abhängigkeit von dem Hollands,und später Englands geriet.

Holland, dessen Hauptstadt Amsterdam nach dem Falle Ant-werpens (1587) der Sitz der Industrie und des Handels wurde,und durch ihre 1609 gegründete Bank, den Geld- und Waaren-verkehr ganz Europas beherrschte (Rogers V, 132), hatte dieportugiesische Herrschaft in Indien rasch gebrochen, 1638 dieMolukken, 1658 Ceylon, 1660 Celebes besetzt, den Handel mitSiam, China und Japan eröffnet, und sich seit etwa 1650 eine ArtAlleinherrschaft auf diesem Gebiete gesichert. Die ostindisch-holländische Kompagnie betrieb die rücksichtsloseste Monopolwirt-schaft, und heimste hierdurch viele Jahre lang ungeheure Gewinneein, z. B. 1606 75°/ 0 , 1616 62°/ 0 ihres, e 1 ^ Millionen hollän-dische Gulden betragenden Grundkapitales; von 1602 bis 1729soll sie die um 360 Millionen Gulden eingekauften Waaren um1620 Millionen Gulden verkauft, also an denselben mehr als dasdreifache des Erstehungspreises verdient haben; noch 1663 er-hielten drei Schiffe für die um 600 000 Gulden erstandene Ladung2 Millionen Gulden, 1697 fünf Schiffe für die um 5 MillionenGulden erstandene Ladung 20 Millionen Gulden, und ein FassArak z. B., das in Batavia 55 Gulden kostete, wurde in Europamit 700 Gulden bewertet (Falke II, 188ff.; Beer II, 188). Seit

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