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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Verbreitung d. Zuckerrohres n, China u. d. Küsten d. indischen Ozeans. 167

auf den Inseln keineswegs so alt sei, als man glaube; in Amboinaesse man nocb immer alles Zuckerrohr in rohem Zustande; aufCelebes und den Molukken koche man es mit Wasser aus, undverwende den Syrup, welcher Gula heisse, zum Versüssen derSpeisen, sowie zur Anfertigung des „Kilang", eines mit Gewürzenversetzten Rauschtrankes; auf Java mache man zwar Zucker,Gulabatu, habe aber die richtige Ausübung dieses Gewerbes erstvon chinesischen Einwanderern und Pächtern gelernt. Ganz Ähn-liches meldet bezüglich Sumatras, und anderer benachbarten Inseln,Crawfurd („Ind. Arch." III, 275). Es stimmt hiermit überein,dass Edrisi, welcher wiederholt den Reichtum Javas, Balis,Tamumahs, Sumatras, Binäns, Djanäns und zahlreicher andererInseln an Zuckerrohr hervorhebt (I, 77 ff.), nur von diesem, undnicht von Zucker spricht; auch Polo, der in Bengalen und inKoilum die Menge des Rohr- und Palmzuckers rühmt (II, 97 und364), erwähnt in Sumatra (II, 274) nur den vorzüglichen, starkberauschenden Palmwein, „eine weisse Flüssigkeit, frisch aus-iliessend süss wie Honig, nach einer Stunde schon ein Wein, undnach einigen Tagen Essig."

Von Siam berichtet die chinesische Erdbeschreibung „Hoan-yu-ki" (verfasst um 980), dass man dort aus dem Safte des Zucker-rohres Wein bereite, und in Cambodja machte man bereits im8. Jahrhundert aus „Zuckerteig" ein berauschendes Getränk(Ritter 344); chinesische Beamte, die dieses Land 1295 besuchten,erzählen, dass dessen Einwohner völlig dem Trünke ergeben seien,und viererlei Weine, aus Honig, Reis, Fruchtsäften, und krystalli-siertem Zucker bereiteten, welche sie bei ihren, aus Reis oderHirse mit Milch und Zucker bestehenden Mahlzeiten, in unglaub-lichen Massen verschlängen (Abel-Remusat, „Nouvelles MelangesAsiatiques" I, 77 ff.; Lassen IV, 398 und 410).

Nach Ceylon wurde das Zuckerrohr erst zu Ende des 6., oderzu Beginn des 7. Jahrhunderts, durch buddhistische Flüchtlingeaus Bengalen gebracht (Ritter 338); Edrisi erwähnt seinVorkommen daselbst (I, 72), Soleiman sah es jedoch schonum 850 auf der Insel Malhan, zwischen Ceylon und Kalahbar(Reinaud, „Rel." I, 20). Um dieselbe Zeit wie nach Ceylon,dürfte das Zuckerrohr auch an die Südwestküste Vorderindiens ge-langt sein.

Die Verbreitung desselben nach den Westküsten des IndischenOzeans war fast ausschliesslich das Werk der Araber; Soleimanfand es schon in Madagaskar vor (Reinaud, „Rel." I, 137; II, 58),Edrisi in Socotora (I, 59 und 66), wohin es die Araber vermut-