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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zucker am Hofe dor Chalifen.

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„Welch Kranker dir mag kommen, sei bang nicht, und verschreib'„Ihm etwas, was dir einfällt, und sehick's ihm in den Leib.„Wenn or genest: mein Mittel hat das Loben ihm vorlängt;„Und wenn er stirbt: vom Himmol war ihm dor Tod verhängt."

Andererseits begünstigte indessen diese Vorliebe für vielfachgemischte und künstlich zubereitete Arzneien, die Entstehungbesonderer Orte für ihre Darstellung, der Apotheken (Haeser I,560). Die erste Erwähnung einer solchen finden wir 754 in Gon-disapür, wo sie in Verbindung mit dem dortigen Krankenhausestand (ebd. 1, 448ff.); um 810 waren Apotheker, die gleichzeitigden Gewürzhandel betrieben, bei den Arabern schon ziemlich ge-wöhnlich, und begleiteten auch die Armeen auf ihren Feldzügen(Kremer II, 184 und 453); die weitere Entwicklung der Phar-mazie im Sinne der Neuzeit, haben wir ebenfalls den Arabern zuverdanken (Haeser I, 847), und die Anwendung und Verbreitungdes Zuckers schritt Hand in Hand mit ihr fort.

Zur Zeit des Aviceuna war der Zucker bereits so allgemeinbekannt, dass auch die Dichter ihn oft erwähnen, und zu Ver-gleichen und Bildern benutzen, die hau Hg wieder einen llückschlussauf die Art seiner Verwendung zulassen. Pirdusi (940—1020),der grosse Zeitgenosse Avicenna's, der am Hofe des kriegerischenSultans Mahmud von Ghazua lebte, und als Dichter des persischenNationalepos „Schah-Nameh'' den Beinamen „der paradiesische"(= firdusi) empfing, lüsst z. B. den Gersives zu Afrasiab sagen(Übersetzung von Schack, Stuttg. 1877; II, 211):

„Nimm einen jungen Löwen weg den Alton,„Hüll' ihn mit Sorgfalt oin in soid'no Falten,„Zieh ihn mit Honig, Milch und Zucker gross,„Und trag ihn Tag und Nacht auf deinem Schoss:„Kr wird, sobald erwachsen, doch ein Leu,„Und hat vor keinem Elefanten Scheu."

Beim Einzüge des Kai Chosru am Hofe des Schah heisstes (II, 331):

„Moschus und Rosenöl ward rings gesprengt.„In Scharon waren Sänger rings gedrängt,„Gold warf man, Kügelchon voll Zuckersüsse,„Den duftgetränkten Rossen vor die Küsse."

Unter den Geschenken, die Kai Chosru verteilt (II, 359),werden diese „Duftkügelchen", wahrscheinlich aus parfümiertemZucker bestehend, ebenfalls erwähnt, und dieselben scheinen daherebensowohl zu Ehren-, wie zu Gnaden-Bezeigungen gedient zuhaben.*)

*) Vermutlich ist die italienische Sitte, bei Feston „Confetti" zu werfen(s. G o eth o'sBeschreibung des römischen Karnevals), orientalischen Ursprunges.

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