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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Honig.

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vornehmstes Landesprodukt, wurde besonders den Flurgöttern dar-gebracht (ebd. v. 58):

,Aber zum Opfer für Pan stell' ich acht Kannen mit Milch hin,. Und acht Schalen, gefüllt mit honigtriefenden Scheiben."

Dem Adonis opferte man (Idylle XV, 115):

„Auch des Gebackenen viel, das Frau'n in den Formen bereitet,Mischend das weisseste Mehl mit mancherlei Würze der Blumen,Was sie mit lieblichem Ölo getränkt, und der Süsse des Honigs."

Auch den Amor, den schon Moschos (um 280 v. Chr.) in

seinem Gedichte »Steckbrief auf Eros" beschreibt, als

„. . . . gleich Honig die Stimme,

Doch voll Galle das Herz, und gefühllos"

suchte man durch Darbriugung honigreicher Opfergaben milderzu stimmen, und Dädalus trachtete sich die Gunst der Aphroditezu sichern, indem er ihrem Heiligtume auf dem Berge Eryx einekunstvolle goldene Honigwabe spendete (Diodor IV, 78).

In wichtiger Beziehung zu den Bienen stand der GöttervaterZeus (Diodor V, 70); in Kreta zeigte man nach Nikander vonKolophon die heilige Grotte des Berges Dikte in der er geboren,und von den dort wohnenden Bienen, die im goldenen Zeitalterunter der Herrschaft des Saturnus entstanden sein sollten, mitHonig genährt wurde; auch wusste man zu erzählen, dass zweiMänner, die einst wagten dort Honig zu rauben, vom zürnendenGotte in Vögel verwandelt wurden. Die erste Amme des Zeushiess Melissa, als Zeus Meilichios wurde er noch in spätenZeiten verehrt (Thukydides I, 125) und mit der Nymphe Othreiszeugte er einen Sohn, der ebenfalls von Bienen auferzogen, und da-her Meliteus genannt wurde. Die Ernährung durch Bienen mussteso für heilig und vielverheissend erachtet werden: dem Pin darbrachten, als man ihn ausser dem Hause seines Vaters aussetzte,Bienen Honig zur Speise, und als die Amme des Plato einst,um ihrer Herrin beim Opfer zu helfen, den Säugling in einMyrtengebüsch legte, kam ein Bienenschwarm und liess hymet-tischen Honig auf seine Lippen fliessen, ihm damit die Gabe süsserRede verleihend. Plato selbst vergleicht den Dichter mit einerBiene, dem leichten geflügelten heiligen Wesen, der Gottheit voll;ist doch „honigsüsser Ton" nichts anderes als die wörtliche Über-setzung von „Melodie".

Das goldene'Zeitalter, ehe Zeus zur Macht gelangte, wirdfreilich als noch reicher an Honig geschildert; nach Virgil(„Georgika" I, 113) troff er von allen Blättern hernieder, undOvid singt („Metamorphosen" II, 23):