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Aus der Praxis des Staats- und Privatrechts
Entstehung
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211
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. Die Usurpation Dum Miguels und seine angeblichen Rechtsanspräche. 21 I

träges vom 29 August 1825 eino Aberkennung der Erb rechte Dom Pe-dro's sehen, so würde eine solche, freilich schon an sich völlig un-logische, Annahme durch den klaren Wortlaut aller dieser Akten-stücke völlig widerlegt.

Die Aliguelisten, welche sich so gern als die Vertheidiger deswahren monarchischen Prinzips ansehen, brauchen gegen denUebergang der Krone auf Dom Pedro Argumente, welche denGrundsätzen der Erbmonarchie geradezu widersprechen; sie be-haupten nemlich:

«Dom Pedro sei keineswegs ipso jure durch den Tod seinesVaters König geworden, sondern den lleichsstiinden stehe das Rechtzu, das Reich demjenigen zu geben, dem es von Rechtswegen ge-bühre: diese seien allein kompetent über die rechtmässige Thron-folge zu entscheiden«*).

Ferner: »alle Regierungsakte Dom Pedro's seien ungültig, weilsie von einem Monarchen ausgegangen seien, ehe derselbe von derNation die Huldigung empfangen habe und als König anerkanntworden sei«**).

Ein solches Entscheidungsrecht der Kortes über die Thronfolgewar zwar nach älterem portugiesischen Staatsrecht vorhanden,wenn bei Erlöschung der direkten und legitimen Linie einer regie-renden Dynastie in den Seitenlinien mehrere Prätendentenauf die Nachfolge in der erledigten Krone Anspruch machten; einsolches Entscheidungsrecht der Kortes über die Thronfolge ist aber,selbst nach dem altern portugiesischen Staatsrecht, nie behauptetworden, wo es sich um die Succession von Descendenten han-delt***). Vielmehr erwirbt der erstgeborene Sohn des Königs dievolle Souveränetät ipso jure durch den Tod seines Vaters. Wie injeder Erlnnonarchie, galt auch in Portugal in Bezug auf die Des-

*J Manifest Dom Miguels vom 28 März I SU'2 ans der Gazeta de Lisboa vom4 April 1832.

**) Adresse des portugiesischen Adels an Dom Miguel ans der preussischen Staats-zeitung vom ü Juni 1S28.

'**) Das erkennt selbst das berühmte Manifest der drei Stande vom 28jaimar 1(>41ausdrücklich an: »que le royaume et les trois etats sont en droit de jnger et de pro-nonfeer sur la succession legitime du incuie royaume toutes les l'ois qu'il nait quelqnedirticilltc' et quelqne doute entre les pretendants an s Üj et d u d cl'au t de desce II-d a n s d u d e r n i e r Rot, q ü i en a et5 po ssess e u r.«

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