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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
Entstehung
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98Aus dem alten Piersen.zu wechseln, bei einer Heirath in eine andere Familie, beim Kaufeines Hauses neben dem ursprünglichen auch den Namen derFamilie resp. des frühern Besitzers anzunehmen, war sehr einge-rissen und ist noch nicht gänzlich aus dem Gebrauch verschwun-den. Erst durch Verordnung vom 23. Ventose VIII wurde ihrdie civilamtliche Anerkennung versagt.Von den Vornamen interessiren uns nur diejenigen, welcheam meisten gebraucht wurden und daher auch eine besonderesprachliche Form im Munde des Volkes erhalten hatten. Adel-heid, ein ziemlich viel gebrauchter Name, ward zu „Oelitgen“.Der Name Anna tritt bald allein als „Entgen“, „Annicken“oder „Jenniken“ oder in Verbindung mit anderen als „Anne-lenken“, „Annebeelken“ u. s. w. auf. Agnes wurde zu „Nees-ken“, Sibilla zu „Beelken“, Margaretha zu „Gritgen“ oder„Geertgen“, Gertrud zu „Druytgen“, Catharina zu „Drynckenoder „Cathryn“, Magdalena zu „Leenken“, Elisabeth zu „Els-ken“ oder „Lysbeth“, Eva zu „Efken“, Maria zu „Merrye“ oder„Merrycken“, Christina zu „Styncken“, Mathilde zu „Meetgen.Unter den männlichen Vornamen sind Jan (Johann) undHendrik oder Derick (Heinrich) die gebräuchlichsten. Den Namendes Kirchenpatrons Remigius oder Migges habe ich, so häu-fig derſelbe auch heutzutage als typiſche Bezeichnung des Vier-seners benutzt wird, sehr wenig im Gebrauche gefunden. Um sobeliebter waren Matthäus (Matteuvis, Tewis, Theies) und Mi-chael (Miggel, Jeel, Jelis). Conrad tritt als „Cunz“ und„Coen“, Christian als „Corst“ oder „Korsch“ auf, ferner Bar-tholomäus als „Mevis“, Gerhard als „Gerret“, Gotthard als„Goetz“, „Geutzken“, Auguſt als „Eucken“, Winand als „Win“Nicolaus als „Claesken“, Andreas als „Dris“, Veith als „FithAnton als „Thonis“, Martin als „Merten“, Wilhelm als „Wil-lem“ und Arnold als „Aret“.Nachtrag.Da wir uns in der bisherigen Darstellung auf das urkund-lich Vorhandene beschränkt haben, mögen einzelne mündlich ge-ſammelte Notizen in einem beſonderen Nachtrage ihre Stelle fin-den.!) Sie berühren zumeist noch in der heutigen Generation1) Herrn Lehrer M. Sticker in Bockert und Herrn Carl Minck inHelenabrunn, die mir bei diesem Nachtrag mit ihrer Kenntniß des hiesigenVolkslebens hülfreich zur Hand waren, sei hiermit mein freundlichster Dankausgesprochen. Auf die ethymologische Erklärung der vorkommenden Ausdrücke