91Kirchliches.Gemeinderechnungen von 1780 finden wir den Fuhrlohn, umdas Holz von der Donk zur reformirten Kirche zu fahren,berechnet und wurden in demselben Jahre, auf Geldrische Er-laubniß vom 15. Juni 1780 hin, die beim Fällen abgesplitter-ten Späne zu Gunsten der Gemeindecasse für 119 Gulden 13Stüber verkauft. Die Sache ging bis nach Berlin und kostetelaut Rechnung vom 2. September 1780 der Gemeinde schon 322Reichsthaler 31 Stüber 6. Deuten Gerichtskosten, welche auf dieKopfsteuer der katholischen Einwohner repartirt wurden, wozulaut Rechnung vom 30. Januar 1786 noch 253 Gulden hinzu-kamen.Die protestantische Gemeinde hing seit altersher dem refor-mirten Bekenntnisse an, 1809 kamen auf 394 Reformirte siebenLutheraner und zwei Menonisten.Während in den Nachbarten, z. B. Dülken, Waldniel, dieJuden in ziemlicher Anzahl ansässig waren, sucht man in Viersenihre Anwesenheit im vorigen Jahrhundert ziemlich vergebens. Dieälteste vorhandene Urkunde, welche sie mit Viersen in Berührungbringt, datirt aus der Zeit der oben erwähnten holländischenHerrschaft und enthält eine Petition der Gebrüder Salomons umAufnahme in die Gemeinde. Sie lautet: „Aen de hoogmogendenStaten Generaal der vereiniegde Nederlanden. Geven met alleOnderdanigheyt te kennen Levien Meyer Salomons, Gebroedersen Soons van Matthys Salomons, geoctrojeerde Joden totMeurs, alwaer nu omtrent 45 Jaren gewoont heeft, hoe dat syin de Stadt Meurs, om dat daerin meer en veel Joden woonag-tigh syn, niet konnende geadmiteert werden, oock liever elderssouden willen woonen wel geerne in de Spaanse of GelderseHeerlyckheydt en Dorpen van Vierssen onder Uwe hoogmogendeJurisdictie in t' Landt van Gulick gelegen, haar souden neder-slaan en komen woonen; maer vermits sulx niet wel sal konnengeschieden als met Permissie und Octrooy van Uwe Hoogmogende,so is't, dat de Supplicanten de Vryheyt nemen van haar dies-halven by Uwe Hoogmogende te adresseren, en seer onderdanigte bidden, deselven gelieven haar ten dyen eynde Permissie enOctrooy gratieuselyck te verlenen.“ Unter dem 10. Juli 1712resolvirten die Generalstaaten, daß sie die Petition „goet gevon-den ende aen de Regenten van Viersen sal gesanden werden.Ob die Gebrüder Salomons von der Erlaubniß Gebrauch ge-macht, wie lange eventuel sie in Viersen geblieben, auf diese Fra-gen geben uns die Urkunden keinen Aufschluß. Erst 1806 findenwir eine acht Seelen starke Judengemeinde in Viersen und 1809drei Familien in einer Stärke von elf Seelen, es waren diesder Metzger Jakob Levi, der Vorkäufer Bernard Levi und der
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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
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