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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
Entstehung
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83Kirchliches.sche Maß, welches auf den Morgen fünf und eine halbe Rutheweniger als das Geldrische hatte.Dreiundzwanzigstes Capitel.Kirchliches.Die religiöse Gesinnung, welche Viersens Bevölkerung be-seelte, wird hinreichend durch die lange Reihe von Geistlichen undOrdenspersonen, deren Wiege in Viersen gestanden, documentirt.Das Kloster St. Pauli und die hiesigen und benachbarten Pfarr-und Vicariestellen recrutirten sich zum großen Theile aus derViersener Bürgerschaft. In den Realisationsprotokollen begegnenuns mehrfach Cessionen an Theologie studirende Söhne, um siemit der zur Weihe erforderlichen Mitgift auszurüsten. Die Praxisdes Ruremonder Ordinariates ging demnach dahin, daß es dieAspiranten zumeist nur auf den Titel eigenen Patrimonialvermö-gens hin zum geistlichen Stande zuließ; jedoch enthalten dieseCessionen sämmtlich den Vorbehalt, daß im Falle einer kirchlichenAnstellung dieselben kraftlos werden. So cediren 1747 am 13.September der Großvater Wilh. Hartges, die Mutter ElisabethWittwe von Peter Hoster, und die Schwester Maria CatharinaHoster an den später in Viersen angestellten Joh. Mich. Hosterihr sämmtliches mobiles und immobiles Vermögen im Betragevon 2350 Reichsthaler, „om denselven te doen verhelpen tot dengeestelycken en priesterlycken Staeth“. Dasselbe geschah am 11.November 1748 von Seiten des in der „Engerstraet“ wohnendenJoh. Menghius zu Gunsten seines Sohnes Urban im Betragevon 2564 Reichsthaler, und 1798 zu Gunsten Peter Dohr's imBetrage von 2500 Rx. Die bekannten hiesigen Geistlichen dessiebzehnten Jahrhunderts waren durchgängig Viersener Kinder.Eine Familie, welche zwar nicht für Viersen selbst, aber ander-wärts mehrere Geistliche lieferte, war die der Nopp im Noppdorf.Die Stellung des Clerus war eine geachtete. UnangenehmerNatur waren nur die Verwicklungen, in welche der Vicar St.Crucis und St. Annae, Wilhelm Zaunbrecher, wie es scheint,seiner proceßsüchtigen Neigungen wegen gestürzt wurde. DieSchöffenprotokolle liefern uns den Beweis, daß dieser Geistliche,welcher durch die 1701 abgehaltene auswärtige Collecte für denNeubau der eingestürzten Pfarrkirche sich Verdienste erworben, injener Zeit, wo die Dotationen des Viersener Clerus zum größtenTheil in Pachtschillingen und Naturallieferungen bestanden, aller-