81Münzen und Flächenmaaß.Crefeld. Doch scheint diesem Gesuche nicht Folge gegeben wordenzu sein, da wir 1801 den Boten Carl Jakob Erdwyck zu einemmonatlichen Salair von zwanzig Franken den Botendienst zwischenVierſen und St. Tönis beſorgen ſehen.Von 1810 an sendete der Crefelder Postdirector täglicheinen Boten mit Briefen und Paqueten nach Viersen und Um-gegend. Der Viersener Stadtbote (J. Mathias Hespers) gabdas Angekommene gegen ein monatliches Salair von zehn Fran-ken an die Adressaten ab. Bei weiteren Entfernungen, bei wel-chen der Brief auf mehrere Diligencen kam, stand das Portonoch immer sehr hoch; so kostete ein Brief nach Elberfeld unge-fähr zehn Silbergroschen. Obengenannte Mißstände fanden erstdurch Errichtung eines Viersener Postbureau in dem Wirths-hause von Franz Frey 1821 Abhülfe.Zweiundzwanzigstes Capitel.Münzen und Flächenmaß.Die älteste amtliche Declaration über den Münzwerth, diesich in den städtischen Acten findet, datirt vom Jahre 1617, wo-nach ein Thaler zu 30 Stüber und ein Stüber zu 22 Hellerberechnet wird. Später rechnete man den Stüber zu 21 Heller.Die eigentliche Viersener Währung basirte auf dem Thalerfuß,und herrschte der Viersener Thaler im privaten Verkehr bis zumEnde des achtzehnten Jahrhunderts, während er im officiellenLeben, in den Gemeindebudgets entweder dem holländischen Gul-den oder dem elevischen Reichsthaler hatte weichen müssen. Ueberallwo in Viersener Urkunden von „Daelern“ die Rede ist, ist esder Viersener Thaler.100 Viersener Thaler machten 31 Reichsthaler und 3 Schil-linge. Der Reichsthaler hatte acht Schillinge („Scheillen“, „Schel-len“) oder 60 Stüber; der Kölner Cours der Reichsthalerstand höher, so betrug die Differenz im Jahr 1773 auf 446Reichsthaler 11 Reichsthaler 49 Stüber. Der holländischeGulden stand zu ½ Reichsthaler oder 30 Stüber clevisch.Den Berliner Reichsthaler finden wir 1792 mit 2 Gulden 16Stüber holländisch berechnet. Ein holländischer Gulden hattezwanzig Stüber, ein Stüber 12. Deners oder Deuten. Zu-weilen wurde auch mit Pattacons gerechnet, zwei Pattacon zufünf Gulden. In der französischen Zeit rechnete man den Stüberdurchschnittlich zu fünf Centimes. Doch treten in diesen Geld-
Druckschrift
Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
Seite
81
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten