75Pettel- und Armenwesen.notirt dasselbe Schuldbuch „1691 den 13. Mertz ist eine Capital-somma von dem alten Buoch vbergeschreben, ist in Capitalsomma200 Goltgulden, gehet beiden Seiten an, die Kirchseydt betaltihr Deyl Pensionen mit 5 Rx.“ Der Name Häringsspinde er-klärt sich aus dem Umstande, daß im Mittelalter häufig Dota-tionen zu Fischspenden an kirchlichen Fast= und Abstinenztagengemacht wurden.Im Jahre 1750 befanden sich im Armenfond 8089 Reichs-thaler. Von den Zinsen wurden in den Spinden durch dieProviſoren für 200 Rx. Brod vertheilt, bei den 151 Rx. anGeldunterstützungen betheiligte sich die Gemeindecasse mit 89Rx. Aehnliche Erleichterungen der ärmeren Einwohner in Zeitender Noth traten namentlich nach der Befreiung von der fran-zösischen Herrschaft ein; so wurden auf Vorschlag des Bürger-meisters Preyer 1816 denselben monatlich 24360 Pfund Fruchtzu herabgesetzten Preisen verabreicht. Aufhebungen und Vermin-derungen der Steuern für den ärmern Theil der Bürger tratenmehrfach ein. So wurde denen, welche ein pfarramtliches Pau-peritätszeugniß aufweisen konnten, die Kopf= und Viehsteuerpropter deum ganz erlassen, 1812 auf Grund eines großenHagelschlages sämmtliche Steuern um ein Viertel reducirt. Einstets beobachteter Grundsatz war, daß die Hinterlassenschaft der-jenigen, welche von milden Gaben gelebt hatten, dem Armenfondanheim fiel und selbst in solchen Fällen, wo nahestehende Ver-wandten einen Anspruch auf dieselbe erheben konnten.Zur Unterstützung erkrankter Handwerksleute dienten die am25. April 1772 gestiftete Rintger Krankenlade und die jüngere Bun-deslade, welche sich am 20. November 1797 selbstständig neben jenerconstituirte. Unter französischer Herrschaft wurde ein Bureau centralde bienfaisance gebildet, dem nach der Constituirung vom 3.Germinal IX Pfarrer Dohrenbusch, Carl Cunz, Arnold Lingen-brink, G. Dohr und Paul Priskes als Mitglieder angehörten.Dieſe machten jedoch bald den Herren Chr. Mengen, I. C.Menghius, A. G. Dohrenbusch und Pfarrer J. H. DieckmannPlatz. Nach Bericht vom 17. Nivose IX besaß der Armenfondan katholiſchem Armencapital 1150, an evangeliſchem 225 Fran-ken, die beiden Klingenbeutel brachten 80, resp. 56 Franken ein.n
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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
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