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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
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52Aus dem alten Viersen.den schon genannten Gewerken begegnen uns 1774 zwei Klumpen-macher, zwei „Pannen off Pottbacker“, zwei „Knoepenmaeckerund zwei Hutmacher. Nach den Fabrikstabellen gab's 1786 bis1793 nur einen Hutmacher, welcher 1786 für 100, 1787 für920, 1788 für 1560, 1789 für 1245, 1790 für 1260, 1791 für1035, 1792 für 1491, 1793 für 970 Reichsthaler Hüte fabricirte.Derselbe arbeitete nur für inländischen Bedarf. Die Zahl derKnöpf= und Garnarbeiter fiel nach derselben Fabriktabelle 1786auf einen Arbeiter mit 80 R. Fabrikation, 1787 mit 180 R.1788 zwei mit 212 R., 1789 zwei mit 75 R., 1790 drei mit114 R., 1791 drei mit 108 R., 1792 vier mit 142 R., 1793drei Arbeiter mit 120 R. Fabrikation. Davon gingen 1787 für50, 1790 für 20, 1791 für 8, 1792 für 24, 1793 für 10 Reichs-thaler Fabrikate in's Ausland. Außerdem begegnet uns 1709ein Pumpenmacher. In einer Tabelle aus der französischen Zeit1809 ist das Handwerk reicher entwickelt, unter andern gab'sdamals 7 Bäcker, einen Goldschmied mit drei Gesellen, einenStecknadelmacher, einen Sattler, zwei Metzger, drei Färber undeinen Wagenbauer.Interessant ist ein Einblick in die agrarische Seßhaftigkeitdes hiesigen Handwerks des vorigen Jahrhunderts. Wir, diewir Kinder unserer Zeit sind und uns in die Ideen der Arbeits-theilung hineingelebt haben, halten die Begriffe Handwerker undLandmann streng von einander gesondert. In alter Zeit wardies auf dem flachen Lande anders. Mag auch die Beschäftigungdes Handwerkers mit der Ackerwirthschaft dem Fortschritte desHandwerkes selbst hemmend im Wege gestanden haben, sie verliehihm jedenfalls Heimathsliebe und kernige Däftigkeit. Aus demJahre 1791 habe ich die desfallsigen Verhältnisse zusammenstellenkönnen. In diesem Jahre finden wir im Rahser zwei Schuh-machermeister, jeden mit drei Morgen Land und einer Kuh; derRahser Leyendecker besaß zwei Morgen, der Schmied sieben Mor-gen nebst Schwein und Kuh; nur ein Zimmermann war ohneGrundbesitz. Auf Hofer und Bockert kamen auf zwei Zimmer-meister ohne Land einer mit acht Morgen nebst Kuh und Schweinund einer mit 4¼ Morgen und einer Kuh. Der BockerterSchmied hatte einen Morgen, die beiden Schneider keinen Grund-besitz. Im Dorf dagegen finden wir auch ackerbautreibende Schnei-der, einen mit drei Morgen nebst Kuh und Schwein und einenmit einer Kuh und gepachtetem Land. Vier beschäftigten sich alleinmit ihrem Handwerk. Ferner auf zwei landlose Schmiede, dreimit 10, resp. 5, resp. 4 Morgen, 2 resp. 1 Kuh, je einem Schweinund einem Pferde. Auf zwei Schreiner ohne Land kam einermit 4 Morgen nebst Kuh und Schwein; mit gleichem Besitze einSchuster auf sieben ohne Grundbesitz. Ungefähr dieselben Ver-