51Handwerk.resp. der Zimmerleute. Die Eimer an den Brandspritzenkosteten z. B. zum Anstreichen fünf (1774) bis acht (1794)Stüber. Außer den ſchon genannten Gewerken finden wir inden historischen Tabellen noch die Zunft der Bäcker, deren Durch-schnittsziffer 23 betrug. Ueber ihre Producte handelten wir ineinem andern Capitel. 1794 finden wir den Backlohn für'sMalter Korn auf 1¼ Reichsthaler, 1808 auf vierzig Stüberfixirt. Eine Brodpreistaxe kannte man in Viersen nicht, jedochwurde in den Erbtagssitzungen bisweilen das Brodgewicht normirt.Damit sind die Handwerke, soweit sie in den amtlichen Ta-bellen enthalten sind, erschöpft. Doch sind die Rubriken, aus denendiese Tabellen bestanden, nicht vollständig, aus den Rechnungenwerden wir über das Bestehen weiterer Gewerke unterrichtet. Soerhielten von den Dachdeckern oder „Leydeckern“ der Meister 24,und bei schwierigen Arbeiten auf dem Kirchthurm 40, der Meister-knecht 20 bis 22, der Unterknecht 12 bis 15 Stüber. Die Dächerwurden entweder mit Schauf (das Hundert 1 R. 30 St.) odermit Pfannen (100 à 45 St.) gedeckt. Außerdem gebrauchten sie„Leynägel“ (100 à 40 St.), „Söldernägel“ (9 St.) „Lattnägel(à 6 St.) „Stopnägel“ (4 St.) Die „Kallen“ wurden per Pfd.berechnet und kosteten 1774 vier, 1791 sieben bis acht Stüber.Schornsteinfeger gab es in Viersen nicht; diese kamen von Crefeldherüber und reinigten die Viersener Schornsteine, das Stück zu6 Stüber. Der Taglohn für's „Glaesmaeckerhandtwerk“ wurdedem Meister mit 20, dem Gesellen mit 15 Stübern ausbezahlt.Das Einsetzen einzelner Scheiben oder „Rauten“ besorgten sie jenach der Größe derselben zu 1½ bis 4 Stüber. Mußte auchdie Bleieinfassung erneuert werden, so stieg der Preis um 8 bis15 Stüber. 1790 berechnet ein Meister die „Stopferb“ extramit 12 Stübern das Pfund. Kupferschläger finden wir 1774und 1791 nur einen in Viersen. Ihr Handwerk und Gewerbewurde von den Regierungen kräftig gestützt. So erließ Philippvon Spanien am 13. December 1655 ein Placcat, wonach diehausirenden Kupferschmiede und Kesselflicker, falls sie keinen voneinem ehrlichen Meister ausgestellten Lehrbrief aufzuweisen undihr Meisterstück gemacht hatten, des Landes verwiesen wurden.Diese Verordnung wurde 1713 und 1726 von Geldern aus erneuert. Daneben bestand die Gilde der Riethmacher, drei Meisterstark.Buchbindermeister gab es in alter Zeit in Viersen nicht,nur 1791 finden wir den Sohn eines Leinwebers, der sich mitdem Einbinden der Bücher abgab. Die Gemeinde bezahlte fürdas Einbinden ihrer Foliobände in Schweinsleder 1 ¼ Reichs-thaler. In der franzöſiſchen Zeit arbeiteten die Crefelder Buch-binder für Viersen den Quartband zu 25 bis 32 Stüber. Außer
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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
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