50Aus dem alten Piersen.te drincken, als dat sy de Trouffel gebruyken.Der Maurerlohnschwankte zwischen 18 und 20 Stüber täglich.Von dem Mate-rial, welches sie gebrauchten, kosteten die Ziegelsteine 1700 dasHundert 40, 1775 45 Stüber. Kalk wurde mit Eimern oderMaltern berechnet, ersterer stand 1784 zu 10, 1809 zu 12 Stü-ber, letzteres 1791 zu 1 Reichsthaler 48 Stüber. Außerdem ge-brauchten sie Lacmus, Lehm, Schwärzel und Haare zur Mörtel-bereitung, letztere per Pfund 2½ Stüber. Mit der feinernSchloſſerarbeit beſchäftigten ſich 1750 ein, 1753 drei, daraufnicht über zwei Meister. Eiserne Oefen, welche sie aber nur indie öffentlichen Gebäude zu liefern Gelegenheit hatten, kosteten biszu sieben Reichsthaler. Stärker war die Gilde der Grobschmiede,welche zwischen elf und dreizehn zu den ihrigen rechneten. DieGesammtfabrikation der Viersener Eisenarbeiten belief sich 1786auf 750, 1787 auf 1240, 1788 auf 2337, 1789 auf 2135, 1790auf 1670, 1791 auf 1775, 1792 auf 2042, 1793 auf 2310Reichsthaler; davon ging 1787 für 60, 1789 für 100, 1790 für330, 1791 für 265, 1792 für 329, 1793 für 298 Reichsthaleraußerhalb Viersens.Die Zahl der hier seßhaften Schuster würde eine größeresein, wenn nicht, noch mehr wie jetzt, selbst in den besserenFamilien die Sitte vorherrschend gewesen wäre, auf Holzschuhen,„Klumpen of Trippen“ umherzulaufen. Die Vormundschafts-rechnungen geben uns dafür genügende Anhaltspunkte. 1680kostete ein neues Paar Schuhe vier Schillinge, 1728 für einenKnaben zwei Schilling drei Stüber, 1784 45 Stüber, 1790 einenReichsthaler 26 ¼ Stüber. Die „Klumpen“ standen allerdingsbilliger und waren für 4 bis 4½ Stüber zu haben. Mit ihrerFabrikation waren 1791 drei, 1809 vier Meiſter „Klompenmaeckerbeschäftigt. Das Schneiderhandwerk hatte 21 bis 28 Vertreterdie jedoch nicht sämmtlich im eignen, sondern zunächst im Hausedes Arbeitgeber arbeiteten. Sie wurden entweder per Stück be-zahlt oder im Taglohn beschäftigt. 1693 erhielten sie pro Tag22 Albus, und wenn sie Nachts bis drei, vier Uhr durcharbeiteten,10 Albus Extravergütung. Um dieselbe Zeit betrug der Nählohnfür Wammes und Hosen 20, für die Rockstaschen einzunähen 5Albus. Ende des 18. Jahrhunderts finden wir den Macherlohnfür den Nachtwächtermantel durchgängig mit einem Reichsthalerberechnet. Die Tuchfärber blieben constant auf der Zahl 2, außer1778, wo sich ihrer drei vorfinden. Aus ihrem Preiscourantkenne ich nur die Berechnung „twee Schorteldoecker te verven 33Stuyver“ (1786).Ob die Anstreicherkunst von den Glasern betrieben wurdescheint mir fraglich; das Anstreichen der Holzgeräthschaften warmeist gleich dem Verfertigen derselben Sache der Schreiner,
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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
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