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Aus dem alten Viersen : ein Beitrag zur Culturgeschichte des Niederrheines ; nach den Quellen des Viersener Stadt-Archivs
Entstehung
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Aus dem alten Piersen.Geldrischen Landphysicus, seit 1794 vor der medicinischen Facultätin Bonn zu bestehen und hatten sich eidlich zu verbinden, außer-halb Viersen's keine Praxis zu üben. Die Gemeinden hattennämlich, ähnlich wie heute, die Ausbildungskosten für ihre Wys-moeder zu tragen und wachten daher eifersüchtig darüber, daßkeine Nachbargemeinde von der auf Gemeindekosten GebildetenNutzen zöge. So mußte Viersen, als eine gewisse Stadelmannvon Süchteln nach Viersen übersiedelte, Süchteln das Lehrgeldim Betrage von 70 Rx. 4¾ St. wiedererstatten. 1809 schicktedie Gemeinde eine Schülerin in das Kölner Institut und bezahltefür einen zweijährigen Cursus 707 Francs. Bis 1754 hatteViersen nur eine Wysmoeder, in diesem Jahre wurde die zweitefür die Lackseite angestellt. Beide erhielten ein festes städtischesJahrgehalt und wurden außerdem für jedes Accouchement bezahlt.1725 erhielt die eine vier Gulden, 1794 die an der Kirchseite18 R., die an der Lackseite 15 Rx. 15 St., in der französischenZeit 90 Francs, nach der Befreiung 30 Thaler. Die Taxe fürdie einzelnen Hülfeleistungen ist uns nur aus der französischenZeit überliefert und betrug drei bis sechs Francs, während dienicht concessionirten 75 Centimes bis anderthalben Franc in An-rechnung brachten.Die Bartscheerkunst wurde theils von den obengenanntenChirurgen, theils von selbständigen Barbieren ausgeübt. 1712wird ein „Scheerdoeck ende Scheergetuygh“ erwähnt, in derenflotter Handhabung jene ihren jetzigen Nachfolgern hoffentlichnicht nachgestanden haben.——Neuntes Capitel.Ackerbau.In älterer Zeit, so weit uns notarielle und gerichtliche Aktenüber die agrarischen Verhältnisse unserer Gemeinde Aufschlußgeben, war die Beschäftigung mit dem Ackerbau eine durchausallgemeine. Die Aerzte, Gerichtsecretäre, Winkeladvocaten nann-ten alle ein Gut oder „Erf“ ihr eigen, und die Geistlichen be-wirthschafteten die zur Pastorat und den Vicarien gehörigenGüter sehr häufig selbst. So wird noch in der Pferdeliste desJahres 1816 das Ackerpferd des Pastors Menghius aufgeführt.1791 besaß der Küster Anton Menghius, der zugleich Wirth undSpezereihändler war, 7 Morgen Land und 2 Kühe. Auch gab es ver-hältnißmäßig wenige Krämer, Händler oder Handwerker, zu deren